Spessart Nachrichten

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Klingenberg. Die Rotweinstadt Klingenberg ist um einen Weg reicher. Er wurde in den denkmalgeschützten Weinbergterrassen freigegeben: Der Ausbau des Röderspfads (Foto: Sylvia Breckl) verbessert nicht zuletzt die Arbeitsbedingungen der Winzer in den Lagen mit bis zu 30 Grad Steigung. Bei der Wegesanierung wurden Buntsandsteinkiesel verwandt - sie sind wichtig für die ökologisch wertvollen Mauerfarne. Der Röderspfad, der sich mit dem Fränkischen Rotweinwanderweg verbindet, soll das "touristische Flaggschiff der Region" stärken. 16. 11. - Main-Echo, Obernburg
Klingenberg. Wer im Spätherbst durch die Wälder wandert, kann sie kaum übersehen: Den ersten Nachtfrösten trotzend, ragen stattliche fahlgraue Pilzgestalten wie an einer Perlenkette aufge-reiht aus der Laub- und Nadelstreu hervor. Der dickfleischige Hut der Nebelkappe (auch Herbstblatt, Clitocybe nebularis; Foto: Jürgen Schreiner) kann bis zu 20 Zentimeter groß werden. Dem kulinarisch orientierten Sammler verheißt das Herbstblatt zum Ausklang der Saison eine üppige Mahlzeit, zumal der Pilz in vielen Bestimmungsbüchern als essbar bezeichnet wird. Experten raten jedoch dringend vom Verzehr ab. Die Nebelkappe kann nicht nur schwere Verdauungsstörungen verursachen, es wurde auch ein gefährliches Zellgift in ihr nachgewiesen. Der eher unangenehme, penetrant-süßliche Geruch hält viele Pilzfreunde ohnehin vom Genuss ab. 12. / 13. 12. - Main-Echo, Obernburg
Freudenberg. Eine Sonderausstellung im Rauch-Museum in Freudenberg zeigt volkstümliche Möbel aus der Zeit von 1680 bis 1850. Auch eine Rarität ist zu bestaunen: der Tresur. Der Name kommt von Tresor und bezeichnet ein Ziermöbel, in dem Großbauern Schreibgerät und Urkunden aufbewahrten. Die Ausstellung ist jeden Mittwoch sowie jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr sowie für Gruppen nach Anmeldung zu sehen. 23. 11. - Wertheimer Zeitung
Weilbach. Der Würzburger Weihbischof und ehemalige Miltenberger Stadtpfarrer, Ulrich Boom (Foto: Franz Miltenberger), hat zum Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Pfarrkirche St. Johannes den Altar geweiht. In einem Pontifikalamt segnete er den Ambo, danach wurden am Altar die Reliquien beigesetzt, das Grab des Altars wurde verschlossen. Die Renovierung hat 430 000 Euro gekostet. Davon zahlte die Diözese 160 000, die Gemeinde Weilbach 50 000 Euro. Nach Abzug aller Zuschüsse, Spenden und Eigenmittel bleibt ein Finanzloch von 60 000 Euro. 24. 11. - Bote vom Untermain
Dorfprozelten. Der Altenbücher Kirchweg nach Dorfprozelten soll in das Europäische Kulturwegnetz aufgenommen werden. Das hat Gerrit Himmelsbach vom Archäologischen Spessartprojekt dem Gemeinderat mitgeteilt. Für die Realisierung der Route werden Kosten von 15 000 Euro anfallen. Außerdem müssen sich die Gemeinden noch um die Freilegung der Wegtrassen kümmern. Der Altenbücher Kirchweg nimmt seinen Ausgang in der Leichgasse in Altenbuch, führt über den Stadtprozelter/Neuenbücher Wald durch den Totengraben auf Dorfprozelter Gemarkung über den Altenbücher Totenweg bis hin zur St.-Vitus-Kirche. Bis 1810 war Altenbuch kirchlicher Filialort von Dorfprozelten. 27. 11. - Bote vom Untermain
Miltenberg. Für die Weihnachtsausstellung zum Thema "Skier, Schlitten und Schlittschuhe - Winterfreuden in Miltenberg" hat das Stadtmuseum Miltenberg Exponate gesucht. 300 Ausstellungsstücke sind zusammengekommen. Sie werden in vier Räumen im ersten Stock, im Museumshof und in Vitrinen im Gewölbestollen gezeigt. Zu sehen sind unter anderem 60 Paar Ski und 20 historische Rodelschlitten, die ältesten dürften aus dem 19. Jahrhundert stammen. Bei den Skiern reicht die Spannweite von selbstgeschnitzten Brettern über Armee- und Aluminiumski bis zu modernen Holz-Sandwich-Skis. Einen Überblick über die Geschichte des Eislaufs gibt eine Schlittschuh-Sammlung mit 130 Exponaten. Zu begutachten sind zudem alte Fotos. Die Ausstellung dauert bis zum 17. Januar. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr. 27. 11. - Bote vom Untermain
Heigenbrücken. Bund Naturschutz, Spessartbund, Naturpark Spessart, private Holzmacher, Naturschutzbehörde: Mehr als 50 Experten haben über das neue regionale Naturschutzkonzept des Staatsforstbetriebs Heigenbrücken diskutiert. Schwerpunkte: Schutz alter Buchenwälder und Artenvielfalt (Foto: privat). Das Konzept sei erst einmal nur eine Absichtserklärung, so Michael Kunkel, Vorsitzender der Heigenbrückener Gruppe des Bunds Naturschutz (BN). Er verwies auf gefällte Biotopbäume und Schäden, die beim Abtransport von Holz entstanden sind. Wir haben Fehler gemacht. Wir werden uns anstrengen, dass das nicht mehr passiert sagte Karl-Heinz Göldner, stellvertretender Forst-Chef. Pia Kunkel vom BN: Wir arbeiten zusammen, werden aber Fehler aufzeigen. 26. 11. - Main-Echo, Aschaffenburg
Heigenbrücken. Die umstrittenen Waldabteilungen "Tafel", "Effling" und "Streitplatz" im Heigenbrückener Staatsforst werden nicht unter Naturschutz gestellt. Die Regierung von Unterfranken hat den Antrag des Bunds Naturschutz (BN) zurückgewiesen. Die BN-Kreisgruppe Aschaffenburg hatte gefordert, dass Teile der drei Forstflächen zum Schutzgebiet erklärt werden. Sie liegen drei Kilometer westlich von Heigenbrücken und umfassen 45 Hektar Staatswald. Als Grund für seinen Antrag nannte der BN den ökologisch hochwertigen Baumbestand. Die Regierung nimmt in ihrer Ablehnung des BN-Antrags Bezug auf das regionale Naturschutzkonzept des Forstbetriebs Heigenbrücken. Aufgrund dieses Konzepts sehen wir derzeit keine Veranlassung, die genannten Flächen im Bereich des Forstbetriebs Heigenbrücken unter Naturschutz zu stellen, teilt die Pressestelle der Regierung mit. 9. 12. - Main-Echo, Aschaffenburg
Hafenlohr. Hamburger, Frankfurter, Nürnberger, Oberbayern: 18 Freiwillige aus ganz Deutschland arbeiten in ihrem Urlaub in den Spessart-Wäldern. Das so genannte Bergwaldprojekt ist erfolgreich: 49 Einzelprojekte wurden alleine 2009 verwirklicht. Wie im Main-Spessart-Kreis sind meist 18 bis 20 Freiwillige für eine Woche im Einsatz. Sie arbeiten unter Anleitung der Förster: Waldpflege, Wildschutzzäune, Bäume pflanzen. Studenten, Erwachsene, die mitten im Berufsleben stehen, Rentner: Die Freiwilligen kommen aus allen Altersklassen und Berufsgruppen. Übernachtet wird gemeinsam auf einem Hof bei Erlach. Auch wenn die Freiwilligen nicht bezahlt werden, kostet eine Woche mit 20 Personen das Bergwaldprojekt 10 000 Euro. Der Großteil davon wird über Spenden finanziert. 26. 11. - Main-Echo, Marktheidenfeld
Kleinheubach. Carl Friedrich Erbprinz zu Löwenstein hat den Umbau des historischen Marstall-Gebäudes gestartet (Foto: Sabine Dreher). Es wird zum Weinkeller umgebaut. Den bisherigen Standort des Weinguts Fürst Löwenstein in Kreuzwertheim will man aufgeben. Bereits im Herbst 2010 soll die Weinlese in Kleinheubach gekeltert werden. Der Marstall wird geteilt. In einem Teil soll Weißwein in Stahltanks, im anderen Rotwein in Barrique-Fässern Platz finden. Prinz zu Löwenstein will mit einer Jahresproduktion von 100 000 Liter Wein beginnen. Insgesamt soll das Weingut auf eine Kapazität von 250 000 Liter ausgelegt sein. 28. / 29. 11. - Bote vom Untermain
Mainhausen. Mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet haben aus Sicht der Archäologen die Grabungen auf dem Zellhügel bei Mainhausen-Zellhausen. Ludwig Stenger, Vorsitzender des Mainhausener Heimat- und Geschichtsvereins, ist dennoch zufrieden: Klar sei nun, dass die verschwundene Siedlung um die legendäre Zellkirche eher ein befestigtes Dorf als ein Kloster gewesen ist - vermutlich fränkischen Ursprungs und im 13. Jahrhundert zerstört. 3. 12. - Main-Echo, Alzenau
Triefenstein-Rettersheim. In neuem Glanz erstrahlen der Bildstock und das Kriegerdenkmal in Rettersheim (Foto: Sebastian Behl). Auf Betreiben des Vereinskomitees wurden beide unter Denkmalschutz stehende Bauwerke restauriert. Den Bildstock versetzten Helfer ins Dorfzentrum. Er wird auf 1793 datiert. 9. 12. - Main-Echo, Marktheidenfeld
Amorbach. Michael Berger (Archivfoto: László Ertl) gibt auf. Nach der Winterpause will der Wiesbadener Kunstsammler sein Muttermuseum in Amorbach nicht wieder öffnen. Das Aus für das skurrile Privatmuseum mit seiner Mischung aus hochkarätiger moderner Kunst, Werbeartikeln, Puppen und Teddybären sowie der Welt größten Teekannensammlung kommt überraschend. "Das Muttermuseum bleibt", hatte der 68-Jährige Berger noch im April versprochen. Als Auslöser für die Schließung nannte er nun mangelnde Unterstützung durch die Stadt. Nach Bergers Angaben hat er ein jährliches Defizit von zuletzt 60 000 bis 70 000 Euro aus eigener Tasche bestritten. Amorbachs Bürgermeister sah sich im Herbst mit der Forderung des Museumsbesitzers konfrontiert, die Odenwaldstadt solle jährlich 20 000 Euro zuschießen. In der derzeitigen finanziellen Lage kann Amorbach eine solche Verpflichtung einfach nicht übernehmen, so Rathaus-Chef Peter Schmitt. 10. 12. - Bote vom Untermain
Lohr. Zu einer Zeit, wo andere Pflanzen als Knolle, Zwiebel oder Wurzelstock im Boden die Winterruhe verbringen, entfaltet die Christ- oder Schneerose (Helleborus niger) ihre weißen Blütensterne. Sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceen) und ist als Zierpflanze in Hausgärten beliebt. Ihre natürliche Heimat sind Gebirgswälder. Die in Gärten von November bis März blühende Pflanze enthält Giftstoffe, die zu Erbrechen und Durchfall führen. Pulverisierte Rhizome der Christrose finden in Niespulvern und Schnupftabak-Sorten Verwendung. Die ungewöhnliche Blütezeit der Christrose (Foto: Walter Malkmus) führte früher zu Orakeln. So glaubte man, wenn die Christrose exakt zu Weihnachten blüht, be-deute dies ein fruchtbares Jahr für den Landmann. 10. 12. - Lohrer Echo
Lohr. In Hausgärten und Parkanlagen leuchten reife Beeren an Sträuchern und aus Hecken. Sie sind während der Wintermonate eine willkommene und wichtige Futterquelle für die hiergebliebenen Singvögel. Zu ihnen zählen Grünfinken (Foto: Walter Malkmus), Erlenzeisige, Stieglitze, Gimpel, Rotkehlchen, Amseln, Wacholderdrosseln und mitunter auch aus Skandinavien einfliegende Seidenschwänze. Bevorzugt werden die Früchte von Hecken- und Apfelrose (Hagebutten), Eberesche, Schneeball, Liguster, Weißdorn, Kornelkirsche, Holunder, Mispel und Eibe. Der Landesbund für Vogelschutz bittet Gartenbesitzer, beerentragende Sträucher vor Ende des Winters nicht mehr zu schneiden. 15. 12. - Lohrer Echo
Niedernberg. "In unseren heimischen Gewässern ist in den vergangenen Jahren ein starker Rückgang der Karausche (Foto: dpa) zu beobachten", so Mario Hopfer von der Niedernberger Seengemeinschaft. In verschiedenen Regionen gelte der Fisch als stark gefährdete Art. In Bayern stehe die Karausche auf der Vorwarnliste. Die Seengemeinschaft Niedernberg brachte aus diesem Anlass in ihre Vereinsgewässer 1000 Kilo Jung-Karauschen ein und hob das Schonmaß auf 35 Zentimeter. Die Karausche (Carassius carassius) wurde zum Fisch des Jahres 2010 gewählt. Sie gehört zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) und ist auch als Bauern- oder Moorkarpfen bekannt. Die Karausche hat einen gedrungenen, hochrückigen Körper und ein kleines Maul. Die Färbung reicht von grau über grünlich bis hin zu messinggelb. 10. 12. - Main-Echo, Obernburg
Aschaffenburg. Seltene Lebensräume für seltenes Getier: Ein Großteil des 570 Hektar großen ehemaligen Exerzierplatzes bei Aschaffenburg-Schweinheim soll unter Naturschutz gestellt werden. Der Umwelt- und Verwaltungssenat hat diesem Verfahren einmütig zugestimmt. 2007 hatte der Aschaffenburger Bund Naturschutz den Antrag gestellt. Zuständig für das Verfahren ist die höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Unterfranken. Behördenchef Jörg Steinhoff vor dem Umweltsenat: "Der ehemalige Standortübungsplatz ist ein Juwel." Das Naturschutzgebiet soll 301 Hektar groß sein, dazu kommen 93 Hektar FFH-Flächen, die nach europäischem Recht besonders geschützt sind. 11. 12. - Main-Echo, Aschaffenburg