Spessart Nachrichten

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Miltenberg. Das Gelände ist ein wahres Kleinod – wenn auch ein lange Zeit verborgenes: 200 Quadratmeter Garten, verteilt auf zwei Ebenen, schlummerten am Fuß des Graubergs vor sich hin. Jetzt soll das Grundstück über der Häuserzeile am Miltenberger Schnatterloch aus seinem Dornröschenschlaf erwachen: Das Museum der Stadt legt derzeit einen Garten im Renaissance-Stil an. Wenn alles fertig ist, können Besucher dort lustwandeln wie in alten Zeiten.
26.5., Bote vom Untermain
Miltenberg. Rebhühner, Junghasen, Feldlerchen und Rehkitze – zu Tausenden fallen Wildtiere den Mähwerken der Landwirte zum Opfer. Der Vorsitzende des Bayerischen Jagdschutzvereins (BJV) Miltenberg, Ralph Keller, weist darauf hin, dass durch einfache Veränderungen der Fahr- und Arbeitstechnik beim Mähen jeder Landwirt Wildtierverluste vermeiden kann. Die Jagdverbände empfehlen zum Beispiel, Wiesen »von innen nach außen« zu mähen. So könne das Wild flüchten.
27.5., Bote vom Untermain
Miltenberg. Miltenberg. Raps ist die Grundlage für Biodiesel und gesunde Speiseöle – außerdem ein Tummelplatz für viele Insekten. Hummeln, Bienen und andere Insekten bestäuben die gelben Blüten. Indes: Schädlinge werden zunehmend zur Gefahr. Rapsöl findet immer mehr Anhänger. In der Europäischen Union ist die Bundesrepublik der führende Raps-Erzeuger. Aus dem kostbaren Raps entsteht eines der gesündesten Speiseöle. Landwirte wissen, dass Raps in der Fruchtfolge durch seine tiefen Wurzeln und das auf dem Acker bleibende Rapsstroh für die nachfolgende Feldfrüchte gute Bedingungen erzeugt – wie einen lockeren und gut durchlüfteten Boden (Fotos: Roland Schönberger).
28.5., Bote vom Untermain
Miltenberg. Das römische Kastell, das Bad und die Wachttürme vom Miltenberger Teil des Unesco-Weltkulturerbes obergermanisch-rätischer Limes will die Stadt künftig besser präsentieren. Für das 153?000 Euro teure Vorhaben des Förderkreises historisches Miltenberg hat der Stadtrat grünes Licht gegeben. Die Bedingung: Die Verwaltung soll weitere Zuschussgeber ansprechen, um die Kosten für die Stadt zu senken. »Wir wollen die Fundamente der Wachttürme und des Bades auf einen halben Meter aufmauern lassen, damit man sie besser erkennt«, so Detlef Rupprecht vom Förderkreis. Infotafeln sollen die Geschichte der Römer in Miltenberg darstellen.
28.5., Bote vom Untermain
Wörth. Das Haus neben dem Wörther Gutshof wird renoviert. Gutsbesitzer Hasso-Philipp von Hünersdorff will das Gebäude in seinen Verwaltungsbereich integrieren und mit einer Remise verbinden, die nach außen durch eine Sandsteinwand abgeschlossen wird.
27.5., Bote vom Untermain
Leidersbach-Volkersbrunn. In einer gemeinsamen Aktion haben der Volkersbrunner Wanderverein und der Heimatverein Leidersbach vier Bildstöcke im Ortsteil Volkersbrunn restauriert. Hauptakteur war Hobbysteinmetz Oswald Franz. Völlig umgestaltet wurde der Bildstock »Am Stadtpfad« auf dem Weg von der Banneux-Kapelle Richtung Hohe Warte. Der »Satorbildstock« am Waldrand am Ende des Jägerswegs wurde erneuert. Gesegnet werden die beiden neuen Madonnenstatuen für die ebenfalls sanierten Bildstöcke »Im Graben« und »Am Bild«.
28.5., Main-Echo, Obernburg
Elsenfeld. Am Pfingstsonntag wurde in Schippach das Bildnis des St. Paschalis Baylon geweiht (Foto: privat). Auf Anregung des Heimatvereins war das 100 Jahre alte Bild restauriert worden. Der Heilige Paschalis ist seit 1897 der Patron der eucharistischen Vereine und wurde von der Schippacherin Barbara Weigand verehrt. Das Bild wurde vermutlich um das Jahr 1915 von Weigand in Auftrag gegeben. Es zeigt den Heiligen Paschalis während einer eucharistischen Erscheinung auf dem Feld. St. Paschalis (1540–1592) lebte in Spanien. An seinem Grab in der Klosterkirche von Villarreal sollen sich zahlreiche Wunder ereignet haben. Paschalis wurde 1690 heiliggesprochen.
26.5., Main-Echo, Obernburg
Hafenlohr. Bis die Erdbeeren heuer auf den heimischen Feldern zur Ernte bereit sind, müssen sich die Kunden aber noch gedulden. Zwar finden sich Erdbeeren ganzjährig in den Regalen der Supermärkte, Experten raten aber dazu, die Ernte der heimischen Früchte abzuwarten. Denn vor allem aus dem Ausland importierte Früchte sind in den vergangenen Jahren immer wieder durch zu hohe Pestizidwerte aufgefallen. »Erdbeeren brauchen nicht Sonne satt. Sie reifen bei jedem Wetter, mit viel Sonne schneller, ohne eben langsamer«, so Fachfrau Inge Väth aus Hafenlohr.
28.5., Main-Echo, Marktheidenfeld
Marktheidenfeld. Denkmale der Region sind in einem neuen Fotobuch dokumentiert. Kreisheimatpflegerin Constanze Kippenberg war dafür in Marktheidenfeld und den Stadtteilen unterwegs. Ein Exemplar des Bands gibt es im Rathaus, eines liegt im Franck-Haus aus und ein Exemplar wird den Nutzern des Stadtarchivs zur Verfügung stehen.
31.5., Main-Echo, Marktheidenfeld
Marktheidenfeld. Die Sanierung des denkmalgeschützten Zipprichskreuzes, eines Wegekreuzes in Zimmern, ist abgeschlossen (Foto: Stadtverwaltung). Das Wegekreuz war beschädigt worden. Die Polizei ermittelt.
2.6., Main-Echo, Marktheidenfeld
Großheubach. Gegen den Niedergang des Terrassenweinbaus stemmen sich der Großheubacher Winzer Joachim Kempf (27) und der Miltenberger Gastronom Karl Steuer (60). Sie fürchten um die jahrhundertealte Kulturlandschaft. Die beiden sind nicht die einzigen, die den besonderen Wert der Weinbergsterrassen erkannt haben. So hat zum Beispiel Bürgstadts Vorzeigewinzer Paul Fürst vor wenigen Jahren Flächen am Klingenberger Schlossberg gekauft. 5000 Quadratmeter möchten Kempf und Steuer wieder bestocken, 15 bis 16 verschiedene Eigentümer müssten sie dazu zum Verkauf überreden. Doch ihr Interesse hat die Preisvorstellungen der Eigentümer noch oben getrieben.
29./30.5., Bote vom Untermain
Freudenberg. Auf eine Reihe neuer Stücke in der Dauerausstellung dürfen sich die Besucher des Rauch-Museums in Freudenberg freuen. Dazu gehört die Miniatur einer Kommode aus dem Ende des 19. Jahrhunderts (Foto: Peter Riffenach), mit der die Rokoko-Epoche Einzug in die Sammlung hält. Als Pendant zu einem großen Biedermeierschrank dient eine weitere Miniaturkommode aus der Zeit um 1825. Außerdem gibt es nun die Miniatur einer kleinen Standuhr aus dem späten 18. Jahrhundert in Schweden.
28.5., Bote vom Untermain
Gemünden. Dank Unterstützung der Fischereifachberatung des Bezirks schwimmen wieder die seltenen Schlammpeitzger in Feuchtgebieten im Sinngrund. 600 Tiere hat Fischereifachberater Wolfgang Silkenat dem Bund Naturschutz (BN), Ortsgruppe Gemünden, zur Wiedereinbürgerung überlassen. BN-Mann Ewald Muthig entließ die seit mindestens hundert Jahren im Sinntal ausgestorbenen Schlammpeitzger in drei Schutzgebiete. Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) kommt in schlammigen Gräben vor, in die er sich tief eingraben und Trockenphasen von mehreren Monaten überleben kann.
29./30.5., Lohrer Echo
Gemünden. Im Maßstab 1:50 000 ist die neue Informationstafel über den Radwanderweg rund um Gemünden gedruckt, die seit kurzem an der Mainlände steht. Die Tafel weist auf den Main-Radweg hin, der kürzlich mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde und das »Genussradeln« auf der Paradestrecke vorstellt. Erläutert wird die komplette Streckenführung von Bayreuth bis Mainz. Im Besonderen wird auf das Maindreieck hingewiesen, sowie auf die Touristinformation Gemünden.
9.6., Lohrer Echo
Lohr. Bei vielen Baumarten unterliegt die Blüte von Jahr zu Jahr deutlichen Schwankungen. Einflussfaktoren können die Witterung (Frost, Dürre) oder der jeweilige Standort sein. Für die Schwarzkiefer scheint es ein gutes Jahr zu sein, denn sie sorgt für wahre Wolken von Blütenstaub. Am sonnigen Pfingstwochenende zum Beispiel schien durch manche Kiefernbestände ein Nebel zu ziehen, so stark war die Luft mit dem hellen Staub gefüllt. Die Kiefer ist ein sehr anspruchsloser Baum, der auch auf mageren und felsigen Böden wächst (Foto: Heinz Scheid).
9.6., Lohrer Echo
Lohr. Nur kurze Zeit, bei warmer Witterung bloß einige Tage, leuchten die zerbrechlichen Blüten des Klatschmohns in voller Pracht (Foto: Hans Rustler). Danach bildet sich die typische Kapsel mit den Samen (Mohnkörnern). Am Rand von Feldern, auf Brachflächen und auf Wiesen ist die Pflanze noch einigermaßen häufig zu finden.
7.6., Lohrer Echo
Lohr. Am 30. Mai hat sich zum 100. Mal die Gründung der »Convict-Gesellschaft Lohr a./Main G.m.b.H.« mit Sitz in Würzburg gejährt. Sie ließ ein Gebäude errichten, über dessen Verwendung heute noch in Lohr gestritten wird – das Aloysianum. Der Bau war eine Reaktion der Mariannhiller Missionare auf die Personalnot an der Wende zum 20. Jahrhundert, worauf auch die Umbenennung im »Missionsseminar« im Jahr 1922 hindeutet. 1889 wurde in Würzburg ein Haus erworben, 1898 in Köln eine weitere Vertretung aufgebaut. Lohr war die dritte Niederlassung in Deutschland.
29./30.5./Lohrer Echo
Lohr. Vor 100 Jahren, am 16. Juni 1910, starb der am 1. Februar 1854 in Lohr geborene Künstler Franz Wilhelm Driesler. Er war ein Vertreter des Historismus, ein Phänomen des 19. Jahrhunderts, bei dem man auf ältere Stilrichtungen zurückgriff. Bekannt wurde Driesler durch seine Ausstattung von Kirchen in der Diözese Würzburg und darüber hinaus. Der neue Hochaltar in St. Burkhard (darum hatte er sich 1895 noch von Lohr aus beworben), sein erster Würzburger Großauftrag, verschaffte seinem Wirken Anerkennung (Foto: Thomas Josef Möhler). In seiner »Werkstätte für kirchliche Kunst« beschäftigte Driesler zeitweise 15 Mitarbeiter. Mehr als 200 Kirchen wurden von dort aus restauriert und neu gestaltet.
16.6., Lohrer Echo
Lohr. Das Spessartmuseum hat seine Sonderausstellung »Stoff – Textilkunst und Textilgewerbe im Spessart« um ein imposantes Werk der Textilkünstlerin und Sängerin Helga Hein-Guardian ergänzt. Die 2008 entstandene Leihgabe ist 1,5 mal 2,2 Meter groß und trägt den Namen »Paradies« (Foto: Thomas Josef Möhler). Das Textilbild »Paradies« ist in einer Mischtechnik (Batik mit Handzeichnungen) geschaffen worden. In »expressiv-melancholischer Art« stellt es das erste Menschenpaar unter einem Baum dar. Die Sonderausstellung und damit auch die Leihgabe sind im Spessartmuseum noch bis 12. September zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 16 Uhr, sonn- und feiertags 10 bis 17 Uhr.
17.6., Lohrer Echo
Lohr. Der Hirschkäfer (Lucanus cervus), der zu den Kammhornkäfern zählt, ist mit bis zu 75 Millimeter Länge der imposanteste heimische Käfer. Die geweihartig vergrößerten Oberkiefer der Männchen werden bei Paarungskämpfen eingesetzt. Die Käfer schwärmen im Juni und Juli und landen auch in Hausgärten. Sie bevorzugen naturnahe Eichenwälder. Die bis zu zwölf Zentimeter langen Larven machen in Wurzelstöcken alter Laubbäume eine vierjährige Entwicklung durch. Erst im fünften Jahr schlüpfen die fertigen Käfer aus der Puppe. Der Hirschkäfer ist landesweit stark gefährdet.
24.6., Lohrer Echo
Lohr. Die insektenblütigen Ragwurz-Arten gelten bei Botanikern als Kostbarkeiten unter den heimischen Orchideen. Der Landkreis Main-Spessart beherbergt alle fünf in Deutschland vorkommenden, wobei die seltenste die Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica, (links) ist, die bis 1999 für den Kreis als verschollen galt. Seither sind fünf Wuchsorte entdeckt worden. Die attraktive Orchidee wächst nur auf den Kalkmagerrasen der Fränkischen Platte und blüht von Ende Mai bis Ende Juni. Als letzte der heimischen Ragwurz-Arten blüht die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera, rechts; Fotos: Walter Malkmus).
22. 6., Lohrer Echo
Weibersbrunn. Für Schloss Luitpoldhöhe, das frühere Jagdschloss des Prinzregenten Luitpold von Bayern bei Rohrbrunn, und den benachbarten ehemaligen Forsthof liegen Kaufangebote vor. Bis zum 25. Mai konnten sich Interessenten bei der Immobilienverwaltung des Freistaats melden. »Es sind mehrere interessante Angebote eingegangen«, so Ludwig Weichselbaumer von der bayerischen Immobilienverwaltung in München. Man sei ins Nachgebotsverfahren eingestiegen. Das heißt, die Interessenten können beim Kaufpreis nachlegen. Die Frage, was der Käufer mit Schloss und Forsthof machen will, ist für den Freistaat von nachrangigem Interesse. Darüber müssen die Behörden vor Ort entscheiden.
3./4.6., Main-Echo, Aschaffenburg
Aschaffenburg. Die Fischerzunft Aschaffenburg/Kleinostheim hat 40?000 kleine Aale im Main ausgesetzt – insgesamt 400 Kilo (Foto: Harald Schreiber). Die Zunft betreut 36 Kilometer Main – von der hessischen Grenze bis oberhalb von Großwallstadt. 2009 haben die Fischer zur Bestanderhaltung 2200 Kilo Karpfen, 1300 Hechte, 8150 Zander, 40 Kilo Aal, 50 Kilo Schleie und drei Tonnen Rotaugen und -federn in den Main gebracht. 65000 Euro hat die Fischerzunft dafür ausgegeben. Das Geld nimmt sie vor allem durch die Angelkarten ein, die sie an Hobbyangler verkauft, tage-, monats- und jahresweise. Dazu kommt Fördergeld und Hilfe vom Fischereiverband Unterfranken.
29./30.5., Main-Echo, Aschaffenburg
Kreis Aschaffenburg. Sie sind Vorreiter im Umweltschutz und nun auch Pioniere als Preisträger: Die Umweltstation des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) in Kleinostheim, das Schleifmittelwerk Artur Glöckler in Kahl und der Solarverein Oberer Kahlgrund haben den erstmals verliehenen Umweltpreis des Landkreises Aschaffenburg erhalten. Mit dem Preis werden Initiativen und Leistungen gewürdigt, die vorbildlich zur Erhaltung der Umwelt und der natürlichen Lebensgrundlagen im Landkreis beitragen. Aus 14 Vorschlägen wählte der Umweltausschuss des Kreistags die drei Gewinner aus.
10.6., Main-Echo, Aschaffenburg
Wertheim. Mit dem 33 Jahre alten Gerd Diehm gibt es in Wertheim-Dietenhan einen Nachfolger im Amt des Ausschellers (Foto: Michael Geringhoff). Sein Vorgänger Erst Kuhn hatte im vorigen Sommer mit 82 Jahren den Dienst eingestellt. Aufgabe des Ausschellers: Mit der Glocke in der Hand durch die Gemeinde zu ziehen, hier und da Posten zu beziehen und laut die Gemeindedinge vorzutragen: Feuerwehr, Gesangverein, Gemeinderat. Stimmlich ist der junge Schornsteinfegermeister der Richtige fürs Amt: »Du hast die richtige Gosche dafür«, hat Bürgermeister Kurt Oberdorf gesagt, als er ihm die Glocke antrug. Diehm ist im Ort als Faschingsredner bekannt und nur selten um ein rechtes Wort verlegen.
2.6., Wertheimer Zeitung
Karlstein. Die St.-Bonifatius-Kirche in Großwelzheim ist nach einem Jahr Sanierungszeit wieder in jeder Hinsicht ein Haus Gottes. Weihbischof Ulrich Boom aus Würzburg nahm die feierliche Altarweihe vor. Am Festtag des heiligen Bonifatius erklang erstmals wieder die fast 70 Jahre alte Orgel, die im Zuge der rund 900 000 Euro teuren Innenrenovierung generalüberholt worden war.
7.6., Main-Echo, Alzenau
Neunkirchen-Richelbach. Ganze Lieder oder einzelne Wörter – Heimatpflegerin Hedi Eckert aus Richelbach sammelt Mundartliches aus Unterfranken. Für das Unterfränkische Dialekt-Institut ist sie in besonderer Mission unterwegs: Sie ist auf der Suche nach alten Schimpfworten wie »Freggling«, »Schisser«, »Olbel«, »Trogscharsch«, »Aisel« oder »Orschel«. Dabei ist wichtig, dass nicht nur einzelne Namen übermittelt werden, mit entscheidend ist der Ort. Denn für wissenschaftliche Aufarbeitung werden die Begriffe geordnet nach Herkunftsort, männlichen und weiblichen Schimpfworten. (Grafik: Anja Bretzigheimer)
3./4.6., Bote vom Untermain
Rothenbuch. »Viel Waldvergnügen«: So werden Wanderer seit kurzem in den Revieren des Staatsforstbetriebs Rothenbuch auf Hinweistafeln begrüßt. Auf den Schildern wird dem Spessartfreund die Waldwirtschaft erklärt. Bayernweit ist Rothenbuch der erste Staatsforst, der diese Hinweistafeln besitzt. Forstbetriebsleiter Jann Oetting hat 120 Schilder aufstellen lassen – verteilt in den zehn Revieren seines 17 000 Hektar großen Walds. Vom Totholz über das Naturwaldreservat bis zum Klimawandel: Acht Themen bringt der Forstbetrieb den Wanderern im Spessart mit den Schildern näher.
17.6., Main-Echo, Aschaffenbrg
Rothenbuch. Neues Terrain im Tourismus haben vier Gemeinden des Tourismusverbands Spessarträuberland betreten. Rothenbuch, Mespelbrunn, Dammbach und Mönchberg informierten sich über das Projekt »Kräfte sammeln im Urlaub«. Ziel ist es, den Erholungsfaktor Wald Menschen mit Geh- und/oder Sehbehinderung zu erschließen. In den Gemeinden sollen Rundwege mit »Aktionsfeldern« entstehen. Jedes Aktionsfeld wird dabei auf die individuellen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt.
17.6., Main-Echo, Aschaffenburg
Johannesberg. Mit Efeu bewachsen, weiß gestrichen, mit roten Schwalbenschwanzziegeln bedeckt – so steht ein ausgedienter Trafoturm in Johannesberg-Breunsberg (Foto: Nina Körner). Für Fledermäuse, Turmfalken und Schleiereulen ist das alte Gemäuer Wohnraum in Toplage. Mit der Umstellung auf Erdverkabelung waren Trafotürme für Netzbetreiber ab Ende der 1970er Jahre zur Belastung geworden. Naturschutzgruppen mit der Tierhotel-Idee kamen da gerade recht und erhielten neben der Immobilie häufig noch eine Finanzspritze für den Turmausbau. Als Eigentümer ist jeweils der Bund Naturschutz eingetragen, der auch die Versicherung für die Gebäude trägt. Für den Erhalt kommen die Ortsgruppen auf.
5./6.6., Main-Echo, Aschaffenburg
Kleinkahl. Vor über 300 Gläubigen hat Weihbischof em. Helmut Bauer die neue Marienkapelle an der Kahlquelle im Kleinkahler Ortsteil Bamberger Mühle gesegnet. Das »Schmuckstück in der wunderschönen Kahlgrundlandschaft« reihe sich ein in den »Kranz der Kapellen« entlang des fränkischen Marienweges, betonte Bauer.
8.6., Main-Echo, Alzenau
Heigenbrücken. Über ein exklusives Präsent für besondere Anlässe verfügt Heigenbrücken: den Kutterolf. Ein Trinkgefäß aus Glas, das schon im 3. Jahrhundert hergestellt wurde. Allerdings sind Glasbläser, die das besondere Gefäß produzieren können, schwer zu finden. Heigenbrücken hatte Glück. Bei einem Weihnachtsmarkt vor 14 Jahren stellte Glasbläser Harald Horn aus Bischbrunn einen Kutterolf her. Seitdem fertigt er nach Bedarf und exklusiv die Kutterolfe für Heigenbrücken (Foto: Annette Helfmann). Allerdings höchstens fünf bis sechs im Jahr, damit sie ihren Wert behalten.
9.6., Main-Echo, Aschaffenburg
Bürgstadt. Die siebte Bodenstation in Unterfranken ist in Bürgstadt eröffnet worden. Sie ist ein zwei Quadratmeter großes, ein Meter tiefes, mit einem Schaufenster versehenes Erdloch, eingefriedet und überdacht, daneben eine Infotafel. Das Loch zeigt einen typischen Querschnitt durch den Bürgstadter Boden. Die Aktion »Boden und Wein« will damit zeigen, wie wertvoll und schützenswert Boden ist. Er ist geschmacksbildend für den Wein – aus diesem Grund kam man auf die Idee, Bodenstationen in den Weinbergen Unterfrankens einzurichten und damit die Vielfalt der Geologie deutlich zu machen.
10.6., Bote vom Untermain
Großwallstadt. Der Sebastiani-Bildstock (Foto: Martin Roos) an der Gabelung Lindenstraße/Niedernberger Straße in Großwallstadt erstrahlt in neuem Glanz. Pfarrer Ernst Haas hat dem restaurierten Bildstock den Segen erteilt. Der Heilige Sebastian ist der Schutzheilige gegen die Pest und Beschützer der Brunnen gegen Pestilenzen. Sebastian ist unter anderem auch Patron der Sterbenden, der Stadt- und Gemeindepolizisten und der Kriegsinvaliden.
11.6., Main-Echo, Obernburg
Laudenbach. Die Kirche St. Stephanus in Laudenbach wird 250 Jahre alt. Das 1760 im Rokokostil errichtete Gotteshaus hat eine wechselvolle Geschichte. Schon in Aufzeichnungen aus dem Jahr 1568 wird das Kirchlein als uralt und langen unvordenkhlich jaren hero als ein filial bezeichnet. Auf den Fundamenten der Vorgängerkirche aufbauend, ließ im Jahr 1760 Christoph Hartmann Freiherr von Fechenbach einen Kirchenneubau in ländlicher Rokoko-Architektur errichten. Die neue Kirche wurde mit den Altären der Vorgängerkirche ausgestattet. Die heutige Kirche mit dem neuen Kirchenschiff wurde 1960 erbaut. Nur Turm und Außenmauern des Chors blieben aus dem Jahr 1760 erhalten.
17.6., Bote vom Untermain
Alzenau. Eine neue Broschüre informiert auf 48 Seiten über den alten Spessart-Handelsweg »Birkenhainer Straße« zwischen Hanau und Gemünden. Die Birkenhainer Straße gilt als Teil des Fernhandelswegs von Frankfurt nach Nürnberg. Insgesamt hat der Wanderweg auf der Birkenhainer Straße eine Länge von 75 Kilometern. Erhältlich ist die Broschüre beim Referat für Tourismus und Marketing des Main-Kinzig-Kreises. Informationen im Internet: www.mkk-tourismus-spessart.de
18.6., Main-Echo, Alzenau
Mespelbrunn-Hessenthal. Er gilt als einer der bedeutendsten Nationalökonomen Deutschlands, als Vordenker sozialer Marktwirtschaft: Gustav Ruhland (Foto: privat), dessen Kritik an Exzessen des Kapitalismus und des Freihandels in der aktuellen Krise von Weitblick zeugt. Die Heimatforscher Herbert Schüßler und Werner Roth aus Mespelbrunn haben sich mit »Hessenthals vergessenem Sohn« befasst, der heute vor 150 Jahren in dem Spessartort geboren wurde. Schüßler und Roth betonen, im Geburtsort des Wirtschaftstheoretikers sei ihm »eine verdiente Ehrung« bisher versagt geblieben. In Bad Tölz, in Aschaffenburg und in Berlin hingegen erinnerten Straßennamen an Ruhland.
11.6., Main-Echo, Aschaffenburg
Karlstadt. Das Stadtgeschichtliche Museum Karlstadt ist um eine Attraktion reicher: In der Abteilung Archäologie und Geologie werden nun wissenschaftlich wertvolle Objekte aus der früh- bis hochmittelalterlichen Zentralsiedlung Karlburg präsentiert. Sie sind für die Frühgeschichte Bayerns von herausragender Bedeutung. Öffnungszeiten für das Stadtgeschichtliche Museum Karlstadt bis 31. Oktober: montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis 12 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr. 18. 6., Lohrer Echo
18.6., Lohrer Echo
Schollbrunn. Der europäische Kulturweg »Mühlenstraße Haseltal« ist eröffnet. Auf Tafeln erfährt der Wanderer die Geschichte der einzelnen Mühlen. Startplätze des Kulturwegs sind im Süden die Ruine der Markuskapelle und im Norden die Schleifmühle. Im Verlauf des Wanderwegs liegen vier Mühlen und der Baumgartshof. Länge: acht Kilometer (Grafik: Julia Oberle).
19./20.6., Main-Echo, Marktheidenfeld
Flörsbachtal. Gar viele Herren hatten im Spessart das Sagen: Die Kurfürsten von Mainz, die Herren von Hutten, die Grafen von Hanau, die Herren von Thüngen, die Herren von Grumbach, die Fürstbischöfe von Würzburg, die Grafen von Isenburg und Büdingen und die Grafen von Erbach. Ihre Wappen sind in der Hoffmann-Karte von 1584 eingezeichnet. Denn sie waren Erben der Grafen von Rieneck, die 1559 mit dem Grafen Philipp III. ausstarben. Ihre Besitzungen grenzten die Herren, Grafen und Fürsten mit Grenz- oder Marksteinen ab. Diese sind zum großen Teil noch vorhanden und zählen zu den Bau- und Kulturdenkmälern. Drei solcher Grenzsteine wurden jetzt in Flörsbachtal-Lohrhaupten in einem Grenzsteingarten aufgestellt.
23.6., Lohrer Echo