Spessart Nachrichten

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Sulzbach. Mit einem Walderlebnispfad, der die Menschen emotional packen soll, hat der Markt Sulzbach Ende Juli im Hutmannswald eine Attraktion für Wanderer und Forstfreunde eingerichtet. Forstdirektor Klaus Bernhart, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Karlstadt, betonte bei der Einweihung des Pfades: »Dies ist der erste echte Walderlebnispfad am bayerischen Untermain!« Wissbegierige können sich anhand von Infotafeln und Insektenhotels über das Leben im Wald informieren. Für Tatendurstige steht Klettern, Trommeln und die Überquerung einer Schlucht auf dem Programm.
27.7. Main-Echo, Obernburg
Neustadt. Vor 50 Jahren wich die Ruine der ehemaligen Benediktinerabtei und der darin befindliche Gemüsegarten der Missionsdominikanerinnen dem Bau des neuen Klosters in Neustadt. Über 100 Jahre lang hatte die Ruine nach dem großen Brand von Kloster und Kirche im Jahr 1857 gestanden. In ihr waren einige kunstgeschichtlich bedeutsame Reste des ehemaligen gotischen Kreuzgangs erhalten geblieben. Das Kloster ist vermutlich um das Jahr 770 von Würzburgs zweitem Bischof Megingoz gegründet worden. Ein Blitz, der am 26. Mai 1857 in beide Kirchtürme einschlug, besiegelte das Schicksal des Klosters. Die Kirche ließ man 1879 im Geist der Neoromanik wieder aufbauen, die Ruine des Klosters wurde jedoch erst 1960 gesprengt. Lohrer Geschichtsfreunde bemängelten, dass dabei wertvolle Stücke im Schutt gelandet seien. Zwei Jahre später weihte der Würzburger Bischof Dr. Josef Stangl das neue Kloster ein.
29.7. Lohrer Echo
Main-Spessart. Im Landkreis Main-Spessart ist es im August erneut zu Hantavirus-Erkrankungen mit schwerem Krankheitsverlauf gekommen. Dem Gesundheitsamt seien bis zum 15. August bereits 86 Fälle im laufenden Jahr gemeldet worden, bei denen oft eine Krankenhausbehandlung nötig gewesen sei. Die Krankheit verläuft grippeartig mit drei bis vier Tagen hohem Fieber sowie sehr starken Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Zusätzlich kann die Nierenfunktion gestört sein. Die Viren kommen hauptsächlich in infizierten Mäusen und Ratten vor, besonders in der Rötelmaus. Die Tiere scheiden die Viren über Speichel, Kot und Urin aus, erkranken selbst aber nicht. Der Mensch infiziert sich über den Kontakt mit den Ausscheidungen, meist indem er die Erreger einatmet.
19.8. Lohrer Echo
Main-Spessart. Biobauer Franz Köhler aus Seifriedsburg kultiviert Getreide, das zum Urbestand der menschlichen Ernährung gehört (Foto: Heinz Scheid). Einkorn zum Beispiel, das schon der Gletschermann Ötzi vor über 5000 Jahren gegessen hat. Aber auch Emmer, der neben Einkorn und Gerste zu den ältesten Getreidearten gehört und seit rund 10?000 Jahren angepflanzt wird. Verwendung findet Einkorn vornehmlich für Feingebäck und Getreidegerichte. Die Urformen der Getreide sind wesentlich widerstandsfähiger und klimahärter als moderne Zuchtsorten. Zwar fallen die Erträge geringer aus, dafür bestechen aber die urigen Ähren mit einem hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen. Einkorn und Emmer enthalten viel Eiweiß und Mineralstoffe und sind deshalb für eine gesunde Ernährung wichtig.
4.8. Lohrer Echo
Main-Spessart. Sie schmückt sich im Farbenkleid von Wespen und lauert kopfüber auf Heuschrecken: Die Wespen- oder Zebraspinne (Argyope bruennichi; Foto: Walter Malkmus) ist aufgrund ihrer schwarz-gelben Kontrastfärbung eine der auffälligsten heimischen Spinnen. Doch nur die Weibchen sind wespenähnlich gezeichnet; die wesentlich kleineren Männchen und Jungspinnen sind dagegen unscheinbar braun gefärbt. Die Wespenspinne bevorzugt sonnige, blumen- und insektenreiche Wiesen. Man findet sie vorwiegend auf den mainfränkischen Trockenrasen und Magerwiesen im Spessart.
29.7. Main-Echo, Marktheidenfeld
Main-Spessart. Im Spessart sind nicht nur Wanderer, Radler und Waldfreunde unterwegs, sondern auch Schatzsucher. Beim sogenannten Geocaching kommen bei der Schnitzeljagd nach versteckten Dosen tragbare GPS-Peilgeräte zum Einsatz. Anders als bei einer professionellen Schatzsuche mit Metalldetektor ist beim Geocaching der Fundort von Anfang an bekannt. Allerdings nicht in Form einer genauen Wegbeschreibung, sondern nur als Koordinatenpunkte. Mit Hilfe des Längen- und Breitengrades nimmt der Sucher per Navigationsgerät die Fährte auf. Erfolgreiche Finder tragen sich in ein Logbuch ein und tauschen einen Gegenstand aus dem Schatzkästchen aus. Dann wird die Box wieder versteckt, um den nächsten Finder glücklich zu machen.
11.8. Lohrer Echo
Main-Spessart. Unter den heimischen Röhrenpilzen (Röhrlingen) ist der Satanspilz (Boletus satanas; Foto: Walter Malkmus) die einzige giftige Art. Er wächst nur auf Kalkböden und bevorzugt lockeren Buchenwald. Seine grauweißen Hüte sehen wie Kalksteine aus und können einen Durchmesser von 25 Zentimetern erreichen. Die Röhren auf der Unterseite des Huts sind kräftig rot gefärbt und werden bei Berührung oder Druck blau. Der kurze dicke Stiel überrascht durch die Färbung: Dem intensiven Gelb am Stielansatz folgt ein leuchtendes Rot, das von einem purpurroten Adernetz durchzogen ist. Im Anschnitt verfärbt sich das cremefarbene Fleisch im Hutbereich hellblau. Der Pilz strömt einen widerlichen Aasgeruch aus.
18.8. Lohrer Echo
Lohr. Dirndl und Lederhose sind in den vergangenen Jahren auch bei jüngeren Menschen in Franken in Mode gekommen. Wer Zeitgeist zeigen will, geht in Tracht aufs Volksfest. Laut Barbara Grimm, der stellvertretenden Leiterin des Lohrer Spessartmuseums, gab es im Spessart keine historische Volkstrachten-Mode, weil man sie sich nicht leisten konnte. Die Volkskundlerin erklärte im Interview: »Aus dem Spessart des 19. Jahrhunderts lassen sich fixieren: die Haube und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Tücher und Bänder. Das konnte sich jeder leisten. Aber das gab es landesweit, das hat nichts mit der Region hier zu tun.« Die Königshäuser und Vereine seien früher Trendsetter für Landhausmode gewesen.
30.7. Main-Echo, Marktheidenfeld
Lohr. Der erste Mister Spessart kommt aus dem Odenwald, die achte Miss Spessart aus dem Werntal: Mit Kristin Hoppe (18) aus Arnstein im Main-Spessart-Kreis und Gerald Sandu (23) aus Kirchzell im Kreis Miltenberg hat der Spessart heuer gleich zwei gut aussehende Repräsentanten gewonnen (Foto: Victoria Schilde). Die angehende Friseurin und der Kaufmann für Marketingkommunikation haben sich bei der Lohrer Spessartfestwoche vor über 5000 Zuschauern gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Fernsehproduzent Hermann Joha ließ die Veranstaltung aufzeichnen. Er versprach den Gewinnern, dass »ein Autor den Wettbewerb in eine Serie 'reinschreibt.«
29.7. Lohrer Echo
Lohr. Die Forsttechnikerschule in Lohr hat 22 Absolventen aus ganz Deutschland entlassen, die ihre zweijährige Berufsausbildung mit Erfolg abgeschlossen haben. Darunter war auch eine Frau. Die Ausbildung zum staatlich geprüften Forsttechniker muss ständig den neuen Entwicklungen angepasst werden, weil sich der Beruf rasant wandelt. Heute geht es um die computergestützte Logistik rund ums Holz, die im Wald beim Fällen eines Baumes beginnt und bis in die belieferten Unternehmen reicht. An der Jagdausbildung samt Jagdhornblasen will die Schule aber festhalten. Zwei Drittel der Absolventen hatten bei der Abschlussfeier Ende Juli bereits eine Stelle in ihrem Fachgebiet gefunden.
30.7. Lohrer Echo
Lohr. Im Lohrer Stadtwald ist der weiße mehlig aussehende Befall auf den Blättern der Eichen überall zu beobachten. Er wird vom Mehltaupilz verursacht. »Es ist in diesem Jahr auffallend schlimm. Die Blätter verkrüppeln und werden weiß«, sagt Bernhard Rückert, Leiter des Lohrer Stadtwaldes. 750 Hektar Eichen sind mehr oder weniger flächendeckend von dem Pilz befallen. Rückert erklärt, der Mehltaubefall sei in diesem Jahr in ganz Europa besonders ausgeprägt. Primär ist es die Eiche, aber auch an den Blättern der Buchen und Kastanien findet der Pilz Nahrung. Die starke Trockenheit und dann die kräftigen Niederschläge waren ideale Voraussetzungen für den Mehltau. Befallene Bäume sind Schädlingen wie Prachtkäfern stärker ausgeliefert, da ihre Kronen bereits vom Pilz gelichtet sind.
12.8. Lohrer Echo
Lohr. Wie man in einer kleinen Stadt des Königreichs Bayern um die Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt hat, zeigt Elke Rambach in ihren Kostümführungen durch Lohr. Unter dem Titel »Mit der Lohrer Bürgermeistersgattin auf Promenade« flaniert sie im marineblauen Biedermeierkleid mit Besuchern durch die Straßen (Foto: Thomas Josef Möhler). Diese erfahren von beschwerlichen Reisen in der Postkutsche, von den langen Schlangen der Auswanderer am Schloss, dem damaligen Sitz des königlich-bayerischen Landrichters und dass die gehobene Dame des Hauses nicht selbst kocht, sondern lediglich abschmeckt. Anstatt die Touristen mit Zahlen zu bombardieren, erzählt die Fremdenführerin die Geschichte von Häusern und Menschen.
5.8. Lohrer Echo
Main-Tauber-Kreis. In der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber GmbH (H-O-T) soll der Natur- und Artenschutz mehr Gewicht bekommen. Eine Arbeitsgruppe will die Naturschutzaktivitäten in der Region vernetzen und so Monokulturen vermeiden. Die Bioenergie-Region will sich vor allem auf die Energiegewinnung aus Wildpflanzen und die Durchwachsene Silphie, eine Energiepflanze, konzentrieren. Sie ist zudem ein Leckerbissen für Bienen. Deshalb hat Imker Jochen Lutz aus Waldmühlbach zwei Bienenvölker mit fast 100?000 Bienen neben einem Versuchsfeld in Rosenberg aufgestellt. Die fleißigen Insekten produzieren dort den ersten Bioenergie-Honig in Deutschland.
30.7. Wertheimer Zeitung
Elsenfeld. Frisch und klar präsentiert sich die Orgel der Elsenfelder Christkönigskirche nach ihrer Sanierung (Foto: Martin Lange). Bei der Königin der Instrumente, die seit mehr als 55 Jahren im Dienst der Kirchenmusik steht, hatten Experten im vergangenen Jahr »gravierende Mängel« festgestellt. Die Generalsanierung der Orgel konnte nicht mehr bis zur Innenrenovierung der Kirche warten, weil die Altersschäden an den Windladen, den über 1800 Membranen, den fünf Balgtüchern und den rund 550 Kontaktklötzchen am Spieltisch zu groß waren. Nun hat sie wieder ihren vollen Klang.
2.8. Main-Echo, Obernburg
Schöllkrippen. Einen Spaziergang durch 450 Millionen Jahre Erdgeschichte bietet der Kulturrundweg Schöllkrippen II, der am Samstag, 11. September, eröffnet wird. Der etwa sechs Kilometer lange Weg beginnt und endet am Parkplatz des Naturerlebnisbads. Er führt zunächst zur Wallanlage »Alte Burg«, wo der Heimat- und Geschichtsverein archäologische Grabungen unternommen hat. Von dort geht es am Steinbruch nahe des Röderhofs vorbei zum Hof Schabernack. Unterwegs erfährt der Besucher viel Aufschlussreiches über die Sandsteinstufen des Spessarts. Tafeln informieren zudem über die Sedimentgesteine der Zechsteinzeit und über »Felsenmeere«, an denen sich die Menschen früher Rohlinge für Mühl- oder Mauersteine besorgten.
2.8. Main-Echo, Alzenau
Schöllkrippen. Sie hegen eine große Leidenschaft für kleine Bäume. Die rund 20 Mitglieder des »Bonsai-Arbeitskreises-Spessart« aus dem oberen Kahlgrund und Umgebung treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Sie alle sind Liebhaber der Miniaturbäume, deren Name aus dem Japanischen stammt und frei übersetzt »Baum in der Schale« heißt (Foto: Otto Grünewald). Seit mehr als 2500 Jahren beschäftigen sich Menschen mit dem Bonsai. Das Hobby verbindet in nahezu idealer Weise Kunst, Philosophie und Naturverständnis. Bei Bonsai handelt es sich nicht um genetisch veränderte, kleinwüchsige Baumarten. Der niedrige Wuchs ist auf gärtnerische Techniken wie Rückschnitt sowie eine gesteuerte Nahrungszufuhr zurückzuführen. Weil Bonsai-Bäume bei guter Pflege so alt werden können wie ihre großen Vettern in der Natur, steigern sie mit jedem Lebensjahr ihren Wert. Preise um die 80 000 Euro sind daher möglich.
6.8. Main-Echo, Alzenau
Dammbach. Balkonförmige Podeste an der Pollershöhe im Hochspessart geben der Wissenschaft Rätsel auf: Dienten die kleinen Terrassen im Spätmittelalter als Anbauflächen für Wein? Forscher von der Frankfurter Goethe-Universität und vom Archäologischen Spessartprojekt haben jetzt herausgefunden, dass auch Köhler auf den Podesten ihre Meiler gebaut haben. Mit Hilfe der Radiokarbon-Methode haben die Archäologen das Alter der gefundenen Kohlenstücke auf zwischen 350 und 230 Jahren eingegrenzt. Die Pollershöhe wurde also im ausgehenden 17. und 18. Jahrhundert für die Köhlerei genutzt, zu einer Zeit, als die Eisenproduktion im Elsavatal gerade begann. Holzkohle war damals der wichtigste Energieträger.
3.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Aschaffenburg. Vor 100 Jahren - im Sommer 1910 - hat Aschaffenburg seine Forstlehranstalt geschlossen. Das Institut wurde nach München verlegt. Damit verlor die Stadt nicht nur ein kulturelles, gesellschaftliches und wirtschaftliches Aushängeschild, sondern auch sein naturwissenschaftliches Image: Zahlreiche spätere Forstwissenschaftler hatten hier ihre Ausbildung genossen und waren danach auch im Ausland tätig. Die Forst-Geschichte der Stadt reicht weit zurück. Im Jahre 1807 genehmigte Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg die Gründung des Forstinstituts in Aschaffenburg.
5.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Aschaffenburg. Die Odyssee der Määkuh ist noch nicht beendet. Der Kettenschlepper aus dem Jahr 1902, oder das, was von seiner historischen Substanz übrig ist, liegt nach wie vor auf dem ehemaligen SMA-Gelände oberhalb des Mainufer-Radwegs bei Nilkheim. Hauptgrund für die Zwangspause: Noch immer ist die letzte Ruhestätte für das Technikdenkmal nicht gefunden. Anfang Mai hatte der Stadtrat ein Plangutachten für die Mainufergestaltung in Auftrag gegeben. Der Gutachter soll auch Vorschläge unterbreiten, wo die Määkuh letztlich an Land gehen könne. Das Gutachten wird im Herbst erwartet. Die Määkuh ist heute das letzte Zeugnis der bayerischen Kettenschlepp-Schifffahrt.
7./8.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Aschaffenburg. Mit der Forstreform im Sommer 2005 sind die Aufgaben in den bayerischen Wäldern neu verteilt worden. Gegründet wurde das Wirtschaftsunternehmen Bayerische Staatsforsten mit Sitz in Regensburg, das für die Bewirtschaftung der bayerischen Wälder zuständig ist. Angegliedert sind mehr als 40 Forstbetriebe - darunter die in Heigenbrücken und Rothenbuch mit je 17?000 Hektar. Fünf Jahre nach der Reform gibt es noch immer Kritik an dem Konzept. Der Rothenbucher Sebastian Schönauer vom Bund Naturschutz bemängelt, dass die Reviere zu groß seien und zu wenig Personal eingesetzt werde. Heigenbrückens Forstbetriebsleiter Walter Mergner bezeichnet die vergangenen fünf Jahre als die schwierigsten in seinem Berufsleben. »Wir Förster müssen alle Interessen unter einen Hut bringen: vom Naturschutz übers Brennholz bis zum Holz für die Industrie.«
7./8.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Aschaffenburg. Etwa 300 Hektar des ehemaligen Exerzierplatzes bei Schweinheim werden zum Naturschutzgebiet (Foto: Stefan Gregor). Damit entsteht laut Manfred Mack, Naturschutz-Fachmann der Regierung von Unterfranken, das mit Abstand größte Naturschutzgebiet am Bayerischen Untermain. Wo früher amerikanische Soldaten marschierten, hat sich jetzt eine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten angesiedelt. Unter anderem sind dort mehrere Fledermausarten, der seltene Neuntöter und der dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, ein sehr rarer Schmetterling, zu finden. Ähnlich sieht es bei den Pflanzen aus: Sumpfquendel, Büschelnelke, Tausendgüldenkraut und Heidekraut gedeihen dort ebenfalls prächtig. Aschaffenburgs Umweltamtsleiter Marc Busse ist sich sicher: »Wir haben jetzt die historische Chance, ein wichtiges Gebiet für Tiere und Pflanzen zu sichern.«
3.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Aschaffenburg. Die Waldmaut war das Reizwort schlechthin bei der Gründung des Unternehmens »Bayerische Staatsforsten« vor fünf Jahren. Sie wurde zum Inbegriff aller Kritik an der Forstpolitik in Bayern. Der negative Unterton der Waldmaut hat berechtigte Gründe, bedeutet Maut doch Wegzoll. Von dort ist es nicht mehr weit zur Wegelagerei, die man im Spessart aus allerlei Räubergeschichten kennt. Doch die Waldmaut-Wogen haben sich weitgehend geglättet. Gebühren für »Nebennutzungen« im Wald hatte es schon lange vorher gegeben. Sie wurden nur meist nicht erhoben. Die Angst vor einem drohenden Eintrittsgeld für den Wald war jedoch unbegründet. Die Debatte hat dennoch etwas bewirkt: Den Staatsforsten wurde klar, dass die Menschen den Wald weniger als Wirtschaftsgut, denn als »Seelenheimat« sehen.
9.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Aschaffenburg. Pädagoge, Mineraliensammler und Historiker: Am 24. Juli 1885 ist Martin Balduin Kittel in seiner Geburtsstadt Aschaffenburg gestorben. Er wurde vor 125 Jahren auf dem Altstadtfriedhof beigesetzt. Eine Straße in Aschaffenburg trägt den Namen des Wissenschaftlers, der unter anderem in der 1833 neueingerichteten Landwirtschafts- und Gewerbeschule lehrte. Als Rektor der Schule (1834 bis 1869) veröffentlichte Kittel zahlreiche Werke zur Lokalgeschichte. Außerdem sammelte er Mineralien, die er später dem Naturalienkabinett der Akademie der Wissenschaften in München übereignete. Auch die Kunstgeschichte zählte zu seinen Hobbys, hier vor allem die Baugeschichte seiner Geburtsstadt. Wegen seiner Verdienste um den Ruf der Landwirtschafts- und Gewerbeschule verlieh ihm König Ludwig II. anlässlich seines 70. Geburtstags 1867 den Titel eines Hofrats.
10.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Triefenstein-Rettersheim. Oswald Behl hat in Rettersheim Bienenweiden angesät, um Tieren in unserer Monokultur einen Lebensraum zu bieten. Die blühenden Felder werden nicht nur von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen besucht, auch bodenbrütende Vögel wie Rebhühner, Feldlerchen und Wachteln nutzen sie als Lebensraum. Zwei Arten von Blumen- und Kräutermischungen hat er auf die Felder aufgebracht, damit Bienen von April bis November ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen haben. Behl freut sich besonders über seine neuesten Untermieter: ein Rebhuhnpaar mit sieben Küken.
4.8. Main-Echo, Marktheidenfeld
Amorbach-Beuchen. Beim Beuchener Heimatfest haben Besucher nicht nur moderne Landmaschinen, sondern auch altes Handwerk bestaunt. Zapfenpflücker demonstrierten ihre Arbeit in schwindelerregender Höhe (Foto: Franz Miltenberger). Die Trennfurter Holzmacher zeigten »die Forstwirtschaft im Wandel der Zeit«. Die Hobbygruppe hält seit drei Jahren das Wissen um die historische Holzfällung und die Handhabe alter Werkzeuge lebendig, zeigt aber auch den maschinellen Fortschritt. So brauchten die vier Männer mit Axt und Baumsäge eine halbe Stunde, um einen eigens errichteten Stamm zu fällen. Mit modernen Motorsägen schafften sie es in einer Minute.
3.8. Bote vom Untermain
Mönchberg. Bald schon sollen Hotelgäste in Mönchberg auch in Baumkronen übernachten können. Die Griesheimer Firma Wipfelglück plant nahe der Wassertretanlage östlich von Mönchberg Baumhotels zu errichten. Der Gemeinderat hat dem Projekt grünes Licht gegeben. Die acht Baumhäuser sollen jeweils eine rund 35 Quadratmeter große Grundfläche haben. Als Bauträger sind Alteichen vorgesehen. Es ist anzunehmen, dass die Hotelzimmer eher rustikal eingerichtet sein werden.
5.8. Main-Echo, Obernburg
Freudenberg. Etwa 30 Forstspezialisten aus der Schweiz, Südtirol und dem Schwarzwald haben mehrere Wochen im Juli und August oberhalb der Landesstraße 2310 bei Freudenberg Bäume gefällt. Die Forstarbeiter, die die Arbeit in Steillagen von zu Hause aus kennen, zogen die gefällten Bäume per Seilwinde aus dem Hang (Foto: Peter Riffenach). Der Sicherungshieb gestaltete sich vor allem deshalb als schwierig, weil die Wege durch den anhaltenden Regen sehr stark aufgeweicht waren. Beim Abtransport der Stämme rutschte ein Laster wegen des aufgeweichten Bodens sogar in den Graben. Obwohl die Waldwege und die Landstraße während der Arbeiten gesperrt waren, missachteten viele Autofahrer und Schaulustige das Durchfahrverbot.
6.8. Wertheimer Zeitung
Lützelbach/Erbach. Heimatforscherin Ella Gieg widerlegt in der Neuauflage ihres 220 Seiten starken Buches »Die Odenwälder Räuber« zahlreiche Räuberlegenden. Nicht »Hölzerlips« und »Schinderhannes« seien die großen Räubergestalten des Odenwalds. Das hiesige Führungsduo hieß Johann Adam Grasmann und Johann Adam Heusner, ist darin nachzulesen. Ella Gieg fasst nicht nur akribische Rechercheergebnisse über Taten, Wege, Bestrafungen und die Räuber zusammen, sondern spiegelt auch Armut und Gesellschaft des früheren Odenwaldes wider. Spitznamen wie »Lumpen Conrad«, »Kropf Matthes« oder »Krummer Hannfriedel« machen deutlich, das körperliche Behinderungen und bittere Armut oft keinen anderen Ausweg ließen als auf Raubzüge zu gehen.
7./8.8. Bote vom Untermain
Amorbach. Neben dem Konventgebäude und der Schlossmühle ist die Kanzlei das dritte markante Bauwerk, das heute den Amorbacher Schlossplatz einrahmt. Der langgestreckte zweigeschossige Barockbau wurde 1735 errichtet. Über dem Eingangstor prangt das Wappen von Abt Engelbert Kinbacher (Foto: Bernhard Springer), der zur Erbauungszeit dem Kloster vorstand. Damals lag das Gebäude noch in dem nach allen Seiten hin abgeschlossenen Klosterareal und diente als Verwaltungsgebäude der Abtei, in dem der Schriftverkehr geführt wurde. Nach der Säkularisation war das Haus dann Sitz der Fürstlich Leiningenschen Leibwache. Heute sind die Räume in dem 275 Jahre alten Gebäude teils als Büros, teils als Wohnungen vermietet.
6.8. Bote vom Untermain
Frammersbach. Wer den Spessart nicht zu Fuß, sondern im Sattel erkunden möchte, für den sind die zehn Bikewald-Spessart-Routen wie gemacht. Frammersbach und seine Nachbarn Flörsbachtal, Partenstein und Lohr bieten für Radler ein Waldradwegenetz von 272 Kilometern Länge. Für alle Fahrradfahrer, die dem Verkehrstrubel auf den asphaltierten Radwegautobahnen im Maintal entfliehen wollen, gibt es passende Strecken. Von der grünen Familientour mit nur leichten Anstiegen und Spielplätzen sowie Pausenstationen am Wegrand über die mittelschweren blauen und roten Rundkurse bis zu den schwarzen Pisten für Pedalprofis. Wegweiser und Informationstafeln helfen beim erlebnisreichen Radausflug in der Natur.
7./8.8. Main-Echo, Obernburg
Frammersbach. Im Rahmen des erstmals veranstalteten Waldcamps der Wander- und Heimatfreunde in Frammersbach hat Autor Hartmut Haas-Hyronimus Märchen und Sagen aus dem Spessart vorgelesen. Das Publikum lauschte gespannt den Geschichten über Elfen, Feen und andere Fabelwesen. Auch die Sage des Wilderers Hasenstab, dessen Denkmale im Wald von Frammersbach und Schöllkrippen stehen, fehlte nicht. »Im Spessart gibt es keine Helden, solche Leute wurden nämlich immer von den jeweiligen Herrschern unterdrückt und waren am Ende das Gespött der Leute«, erzählte Haas-Hyronimus, der aus seinen Werken »Das Waldmärchenbuch« und »Yronimus' neue Spessart-Sagenwelt« vorlas.
17.8. Lohrer Echo
Eichenbühl-Windischbuchen. Das Wetter hat dem Windischbuchener Obstanbauer Hartmut Berres die Sauerkirschernte verhagelt. Heuer ging es zwei Wochen später zum Pflücken auf die Plantage. Hauptgründe für die Verzögerung waren die stark schwankenden Temperaturen, der späte Vegetationsbeginn, Frost und überdurchschnittliche Niederschläge in der Blütephase, die zu verstärkter Fruchtfäule führten. Der 42-Jährige beklagte rund 20 Prozent Ernteeinbußen bei den Sauerkirschen auf der Odenwaldhöhe. Das statistische Bundesamt rechnet mit einem Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die bundesweite Ernte läge demnach bei 21 000 Tonnen der säuerlichen Delikatesse. Die Qualität der Kirschen sei aber dennoch absolut hervorragend, betonte Berres.
10.8. Bote vom Untermain
Rothenbuch. Im Hafenlohrtal bei Rothenbuch leben die einzigen Biber des Kreises Aschaffenburg. Einmal im Jahr wird ihr Bestand kontrolliert. Diese Aufgabe übernimmt Hubert Gebhard. Der pensionierte Förster ist Artenschutzbeauftragter des Bunds Naturschutz. Das aktuelle Ergebnis: Im Hafenlohrtal gibt es mindestens ein Biberpaar. Es hat einen zwei Meter hohen Damm gebaut. Einzelne Biber betätigen sich nicht als Bauherren, erst als Paar geht es ans Werk. Als Biberberater stellt Gebhard fest, ob und wie viele Biber in dem 25 Kilometer langen Streckenabschnitt entlang der Hafenlohr siedeln. Dabei kann er sich meist nur auf Indizien und Beobachtungen stützen, weil die Nager äußerst scheu sind.
10.8. Lohrer Echo
Großostheim. Die Gemeinde Großostheim hat vier Bildstöcke auf ihrer Gemarkung säubern lassen. Die vor 300 Jahren aufgestellten »Sieben Fußfälle« stehen am alten Stadtweg von Großostheim nach Nilkheim (Foto: Bernd Hilla). Wer die Bildstöcke im Jahre 1710 aufstellen ließ, kann nur noch vermutet werden. Wahrscheinlich waren es die Familien Merkel und Lieb, deren Wappen auf zwei Bildstöcken eingemeißelt sind. Sie stellten Centgrafen in der Cent Bachgau und in der Cent Vorm Spessart, zu dem Nilkheim gehörte. Die sieben Fußfälle waren ein damals üblicher kurzer Kreuzweg. Er führte zur Kreuzkapelle, an der es zweimal im Jahr eine Wallfahrt gab. Das Geld für die Sanierung kommt aus einem Fonds der Landfrauen und dem Gemeindesäckel.
10.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Großostheim. Vor 200 Jahren kam der Bachgau mit Aschaffenburg zum Großherzogtum Frankfurt. Die Neuordnung des 1803 untergegangenen römischen Reiches deutscher Nation gebar das Großherzogtum Frankfurt, in dem Karl Theodor von Dalberg (Foto: Main-Echo-Archiv) als ehemaliger Erzkanzler 1810 die Regentschaft übernahm. Diese dauerte jedoch nur fünf Jahre. Denn nach der Schlacht bei Waterloo war die Chance auf die Befreiung von der Fürstenherrschaft – als Ideal der französischen Revolution – vertan. Bei der Neuordnung Europas im Zuge des Wiener Kongresses kam Aschaffenburg 1815 mit dem Bachgau – im Austausch gegen Tirol – an das Königreich Bayern. Andere Teile des Großherzogtums wie Schaafheim und Mosbach fielen dagegen an Hessen-Darmstadt.
17.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Buchen-Hettigenbeuern. Ein großes Schwalbenhaus hat Gerold Schwab aus Hettigenbeuern im Frühjahr dieses Jahres in seinem Garten aufgebaut. Die Idee kam ihm, als sein Haus neu verputzt wurde und die bisherigen Vogelnester am Gebäude entfernt werden mussten. Als Natur- und Vogelfreund wollte er den Vögeln Ersatz bieten und errichtete ein großes Schwalbenhaus aus Holz, das für 20 Vogelnester Platz bietet. Es dauerte allerdings einige Wochen bis die Vögel, insbesondere Mehlschwalben und Mauersegler, sich umgestellt hatten und das neue Domizil in Besitz nahmen. »Mittlerweile wohnen viele Vögel in den Nestern«, freut sich Schwab.
11.8. Bote vom Untermain
Großostheim-Wenigumstadt. Dass Landwirte für ökologische Blühwiesen Zuschüsse aus dem bayerischen Kulturlandschaftsprogramm bekommen, findet Pferdezüchter Gerhard Baar bedenklich. Denn von den schön anzuschauenden Wiesen geht eine Gefahr für Pferde und Rinder aus. Nicht alle Wildblumen seien harmlos, das Jakobs-Kreuzkraut (Foto: Archiv) sogar giftig, erklärt Baar. Die sonnengelbe Blume, die wie eine Mischung aus Gänseblümchen und Löwenzahn aussieht, enthält Alkaloide. Deren Stoffwechselprodukte sind besonders für Pferde und Rinder schädlich. Der Verzehr der Pflanze kann bei Pferden zu Magen- und Darmbeschwerden, Leberversagen und sogar zum Tode führen. Normalerweise meiden sie das bitter riechende Kraut, doch junge Pflanzen enthalten kaum Bitterstoffe und werden von unerfahrenen Tieren gefressen.
11.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Eichenbühl-Riedern. Mit Beifuß, Steinklee, Alant und rund 80 anderen Wildpflanzen will Joachim Zeller Geld verdienen. In seiner Eichenbühler Saatgutfirma entwickelt er derzeit eine Saatmischung für Wildpflanzen, die als Alternative zum Mais als Energieträger für Biogasanlagen genutzt werden könnten. Aus ökologischer Sicht sei der Anbau von Energiepflanzen wie Mais, die als Monokultur angepflanzt werden, nicht sinnvoll, sagt Zeller. Bauern müssten etwa für den Mais viel Dünger und Pflanzenschutzmittel einsetzen. Bei einem Ernteausfall hat der Landwirt keinen Ersatz. Bei einer Mischung aus mehreren Wildpflanzen besteht dieses Risiko nicht.
12.8. Bote vom Untermain
Elsenfeld-Rück. Dem Vergessen entrissen und ins Blickfeld gerückt: zwei steinerne Zeugen der Vergangenheit an der Ortsdurchfahrt in Rück sind kürzlich vom Gestrüpp befreit und vom Steinmetz restauriert worden. Die Mariensäule und das schmucklose Steinkreuz geben ihre Geheimnisse jedoch nicht (mehr) preis. Beide tragen keine Jahreszahlen; die Anlässe, warum sie aufgestellt wurden, werden wohl für immer im Dunkel der Geschichte bleiben. Vergleichbare Steinkreuze weisen jedoch auf schreckliche Ereignisse hin: als »Sühnekreuz« beispielsweise auf eine Bluttat; als »Pestkreuz« auf die verheerende Seuche, die in den vergangenen Jahrhunderten ganze Landstriche entvölkerte.
13.8. Main-Echo, Obernburg
Heigenbrücken. »Im Spessart klingt des Älplers Horn«, heißt es im Gedicht »Die Auswanderer« von Ferdinand Freiligrath aus dem Jahre 1838. Doch dies ist laut Joachim Kunkel, dem musikalischen Leiter der Heigenbrücker Alphornbläser (Foto: privat), nur einer von vielen Belegen für die Tradition des Instruments im Spessart. Sein Bruder Michael war vor rund drei Jahrzehnten bei der Lektüre der Zeitschrift »Spessart« auf eine Beschreibung der Geschichte des Alphorns in der hiesigen Region gestoßen. Kurz darauf begann er, den heimischen Wald nach einem passenden Baum abzusuchen. Aus einer am Stammfuß krumm gewachsenen Fichte, die er in Längsrichtung auseinandersägte und aushöhlte, fertigte der handwerklich begabte Blasmusiker in Eigenregie ein Alphorn. 1985 gründeten Musiker und Freunde des Instruments den Verein »Spessarter Alphornbläser«, der sich die Förderung des Alphornspiels auf die Fahnen schrieb. Die Organisation feierte heuer ihren 25. Geburtstag und hat derzeit etwa 50 Mitglieder.
13.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Stockstadt. Dank eines neuen Computerprogramms (Foto: Stefan Gregor) hat Frank Wienand, Revierleiter des Stockstädter Hübnerwalds, mehr Zeit für den Wald. Früher saß er während einer 39-Stunden-Woche die Hälfte seiner Zeit am Schreibtisch. Jetzt ist er bis auf wöchentlich zehn Stunden ständig im Forst unterwegs. Das Programm ist laut Wienand bundesweit einmalig, weil Fachleute die Software genau auf die Anforderungen des 950 Hektar großen Hübnerwalds abgestimmt haben. Mit nur wenigen Mausklicks kann der 45-Jährige beispielsweise den Hiebsatz nachschauen und alle Daten für Förderanträge per Knopfdruck abrufen. Wienand kann sich deshalb wieder den ursprünglichen Försteraufgaben widmen: Bäume begutachten und festlegen, was gefällt wird, sich in Zeiten des Klimawandels um den Waldumbau kümmern sowie den Kontakt zu den Waldarbeitern ausbauen.
14./15.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Daxberg. Der Mömbriser Imkerverein richtet sich hinter dem Bauhof in Daxberg ein neues Vereinsheim ein, dem ein Lehrbienenstand angegliedert ist. Damit die jungen Imker alles über Bienenstöcke und Honigproduktion lernen und die erfahrenen Imker sich regelmäßig über Neuigkeiten austauschen können, hat der Verein den Lehrbienenstand gebaut und dort drei Bienenvölker angesiedelt. Damit die fleißigen Insekten genug Blütennektar finden, hat ein Landwirt das staatliche Förderprogramm genutzt und unterhalb des Bienenstands eine Blumenwiese angelegt.
17.8. Main-Echo, Alzenau
Eschau-Sommerau. Willi Nagler züchtet Aronia (Foto: Daniela Tiggemann). Die als »Schwarze Apfelbeere« bekannte Heilpflanze ist nicht nur gesund und enthält alle wichtigen Vitamine, Flavonoid und Mineralstoffe, sie passt sich auch perfekt ans hiesige Klima und die Bodenbedingungen an. Aroniabeeren benötigen »fast keine Pflanzenschutzmaßnahmen«. Nur gegen naschsüchtige Rehe und Vögel müssen sie geschützt werden, weiß der Sommerauer Obstbauer. Aus dem Ertrag der gut 18 000 Pflanzen lassen sich süß-saures Gelee, Aronia-Geist, Wein und sogar edle Pralinen herstellen. Die schwarze Apfelbeere ist jedoch vor allem als Saft äußerst beliebt.
18.8. Main-Echo, Obernburg
Mespelbrunn. Der Touristikverband »Spessarträuberland« hat in einem Workshop Reiseveranstaltern und Busunternehmen die Vorzüge einer Reise in den Spessart nahe gebracht. »Das Mespelbrunner Schloss gibt es ja wirklich«, zeigten sich einige der über 20 teilnehmenden Vertreter aus ganz Deutschland überrascht. Einige hatten das pittoreske Wasserschloss für eine Filmkulisse gehalten. Marion Sangnier, Geschäftsführerin des Verbands, nannte Argumente, warum Reisegruppen in den Spessart kommen sollten: »Natur, Wandern und Kultur stehen bei uns ganz oben auf der Angebotsliste.« Das kommt anscheinend an, denn die Übernachtungen im »Spessarträuberland« nehmen ständig zu. Allein im vergangenen Jahr wurden über 200 000 Gäste gezählt.
17.8. Main-Echo, Aschaffenburg
Alzenau-Albstadt. Der Obst- und Gartenbauverein Albstadt hat kürzlich in seinem neuen Schau- und Lehrgarten am Albstädter Bach eine Insektenwand aufgebaut. Damit es die künftigen Bewohner wohnlich haben, wurde die Wand mit verschiedenen Materialien bestückt. Als Baumaterial werden unter anderem Kiefern- und Tannenzapfen ohne Harzanteile, Hüllen von Bucheckern, Holzwolle sowie diverse Natursteine verwendet. Auch zerknülltes Zeitungspapier wird angenommen, mit Vorliebe von kleinen Hummeln. Die Insektenwand dient Flor- und Schwebfliegen, Marienkäfern, Ohrwürmern, Schlupfwespen, Hummeln und Käfern als Nistplatz und Überwinterungsstätte.
18.8. Main-Echo, Alzenau
Gramschatz. Im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald, gleich hinter der östlichen Grenze des Landkreises Main-Spessart, können sich sowohl Kinder als auch Erwachsene über die Natur informieren und diese aktiv erleben. Vielen Menschen sind die Funktionen des Waldes als Lebensraum für Tiere sowie Holz- und Sauerstofflieferant nicht mehr bekannt. Durch interaktive Ausstellungsobjekte wie ein »Riechrad«, ein Fühlmemory (Foto: Vera Scheid) oder die plastische Darstellung, wie aus einer kleinen Baumpflanze ein Möbelstück oder ein Kinderspielzeug wird, veranschaulicht das Walderlebniszentrum Wissenswertes über den Forst. In der Ausstellung wird zudem gezeigt, wie man energiesparende Häuser baut und welches Holz die höchste Heizkraft hat. Außerdem stehen Führungen, Märchenlesungen und Waldrallyes auf dem Programm.
21./22.8. Main-Echo, Marktheidenfeld
Kleinwallstadt. Er muss ein komplizierter Charakter gewesen sein. Autoritär mit Ausstrahlung, dazu sozial, aber nicht frei von Standesdünkel. So wird der Jäger und Forstmann Karl Emil Diezel beschrieben (Repro: Stefan Gregor). Am 22. August stand der 150. Todestag des Mannes im Kalender, der in Kleinwallstadt (Kreis Miltenberg) wirkte. Diezel gilt als der größte deutsche Jagdschriftsteller. Sein Standardwerk »Erfahrungen auf dem Gebiete der Nieder-Jagd« aus dem Jahre 1849 wurde mehr als 35 Mal aufgelegt. Laut Heinz Staudinger, der vor zwei Jahren ein Buch über Diezel geschrieben hat, war dieser »eine allseits anerkannte oberste Instanz in allen jagdlichen Fragen«. Staudinger, ehemaliger Leiter des Lohrer Forstamts, weiß noch mehr über den Waidmann zu berichten, dem in Kleinwallstadt eine Straße gewidmet ist. Diezel galt als Meisterschütze, der es gar schaffte, mit nur einem Schrotschuss gleich zwei aufgeschreckte Rebhühner vom Himmel zu holen. »Die sind fast nicht zu treffen. Die sind schnell wie ein Pfeil.«
21./22.8. Main-Echo, Aschaffenburg