Wandervorschlag

Von Bad Orb über Russland nach Kassel

Wanderung von Bad Orb ins Hirschbachtal mit Abstecher nach Biebergemünd - Kassel – zurück über die Kapelle »Graue Ruh«

Anfahrt:
Mit dem Pkw über die A66 aus dem Kinzigtal mit der Abfahrt »Bad Orb/Wächtersbach« in Richtung Bad Orb (L3199). Vor dem Ortsschild »Bad Orb« rechts hinauf in Richtung »Hof Altenburg«.

Parkmöglichkeit:
Parkplatz »St.Wendelin« auf der Höhe.

Wanderkarte:
Fritsch Wanderkarte »Naturpark Spessart Blatt Nord« 1:50000 erhältlich beim Spessartbund, www.spessartbund.de. »Wanderkarte Bad Orb« 1:30000 erhältlich in der Touristinformation »Altes Rathaus« am Kurpark oder in Bad Orber Buchhandlungen.

Wegemarkierung:
Ab Startpunkt »Rote Raute 66« bis Biebergemünd- Kassel. Rückweg »Rote Raute 66«, dann »Blaue 6«, »Schwarze 10« und »Brauner Hase«

Tourenlänge, Wegzeit, Höhenmeter:
13,0 km (Rundweg 8,5 km), 4,0 Std., 232 m Aufstieg, 232 m Abstieg.


Sie können sich die Wanderkarte incl. Wegbeschreibung als pdf-Datei auf Ihren Rechner laden und ausdrucken. Sie benötigen dazu den Acrobat Reader, den Sie hier kostenlos downloaden können.

download

Weit über Bad Orb hinaus bis auf die höchsten Erhebungen des Vogelsberges blickt man von den Bergrücken vor der Kurstadt. Diese heißen Rückberg, Hühnerberg oder Kasselberg, haben lediglich Höhen von 300–350 m und sind doch zwischen Streuobstwiesen und Waldrand ein wunderbarer Ausgangspunkt für eine Winterwanderung. Vom Parkplatz »St. Wendelin« kann man diese Wanderung in Richtung Hof Altenburg, dem Reiterhof, der in einer Senke unterhalb des Fahrweges liegt, beginnen. Wir folgen der »Roten Raute« in Richtung Hofgut.

Das Tal unter uns ist ein stilles Tal mit vielen alten knorrigen Apfelbäumen, und herrlich ausladend gewachsenen Eichen, die auch im Winter faszinierend sind. Der Weg mit der »Roten Raute« führt uns um das Tal herum, am Hof Altenburg vorbei und eröffnet uns schließlich einen weiten Blick über Kinzigtal und Brachttal hinauf auf die Vogelsberger Höhen um den Hoherodskopf. Im Winter ist hier viel öfter alles weiß verschneit als im Nordspessart. Wir verlassen diesen Rundwanderweg mit der Markierung »Rote Raute« auf der Hälfte des oberen Weges bei der Schutzhütte »Russland« und wandern bergauf dem Wald entgegen. Wenn im Zentrum und dem Kurpark von Bad Orb bereits der Frühling durch milde Temperaturen zu Spaziergängen hinauslockte, war es meist auf den Höhen oberhalb der Kurstadt noch kalt und rau. Als einen solchen Ort, der die Winterkälte noch lange in den Frühling bewahrt, müssen die Orber diese Höhe an der Schutzhütte unseres Weges empfunden haben. So soll es zur Namensgebung »Russland« (»Da ist es ja kalt, wie in Russland«) gekommen sein. Unser Weg führt uns hinauf Richtung dunkelgrünem Nadelwald, macht jedoch dann einen Linksschwenk und führt gleich wieder nach rechts immer mit »Roter Raute«, aber auch »Blauer 6«. Der Abstieg ins Hirschbachtal mit gleichen Markierungen führt an der Hütte der Waldjugend Biebergemünd-Kassel der »Schutzgemeinschaft Deutscher Wald« vorbei. Sie wird, seitdem ich sie kenne, regelmäßig zum 1. Mai für jedermann geöffnet, um sich dort nach einer Mai-Wanderung mit gegrillten Würsten, Steaks, Kaffee und Kuchen und Getränken zu stärken. An einem kleinen Teich vorbei (hier führt später unser Rundweg rechts weiter) steigen wir mit Roter Raute und Rotem Querstrich auf die Vordere Alteburgshöhe. Von hier haben wir nicht nur einen schönen Blick auf den Biebergemünder Ortsteil »Kassel«, im Volksmund auch Besenkassel genannt, sondern auch über Wirtheim bis zum Kinzigtal und weit hinein ins Biebertal.

Die Besenbinderei, als gefördertes Handwerk durch die ab Mitte des 17. Jahrhunderts hier angesiedelten »Tiroler« brachte dem Ort die Bezeichnung »Besenkassel« ein. Die Raute führt uns in den Ort hinein und dann rechts in Richtung B276 am Ortseingang. Hier steht das Gasthaus »Spessartbahn« (Sonntags Brunch-Bufett / = 06050/9090011), wo wir uns für den Rück- und Weiterweg stärken können. Der Name erinnert an die Bahn, die zunächst durch das Biebertal fahrend für die Transporte des »Bieberer Bergbaus«, dann aber auch für den Tourismus erholungssuchende Menschen in das herrliche Spessarttal transportierte. Um unseren Rundweg wieder aufnehmen zu können, müssen wir über die Höhe in Richtung Hirschbachtal zurück und schließen uns hier dem Weg »Blaue 6« nach rechts an. In diesem wasserreichen Waldgebiet ist mit etwas Glück der Feuersalamander zu finden, eine sogenannte »Zielart« des Spessarts. In der kleinen Kapelle »Graue Ruh«, auf die wir bald stoßen, wird jeden 1. Mai Gottesdienst abgehalten. Unser Weg führt bald weiter mit der »Blauen 6« nach oben, bis wir am Hühnerberg (Bildstock) aus dem Wald heraustreten. An der nächsten Wegkreuzung folgen wir nach links der »Schwarzen 10«. Sie führt uns am Hang des Kasselbergs durch Wiesen und Streuobstbestände. Herrliche Blicke nach Bad Orb und auf die Orber Höhen gewinnen wir dann noch am Ehrenkreuz. Hier gesellt sich die Markierung »Brauner Hase« dazu, mit der wir vor dem »Lindenhof« links hoch zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurückkehren.

Michael Stange