Wandervorschlag

Rundwanderung zum Naturschutzgebiet Beilstein

Einmaliger Basaltkegel im hessischen Nordspessart

Anfahrt:
Mit dem Pkw auf der Spessart-Höhenstraße (Richtung Bad Orb), in Villbach rechts abbiegen nach Lettgenbrunn (auch mit dem ÖPNV über Bad Orb erreichbar.)

Parkmöglichkeit:
in der Ortsmitte, an der Kirche

Wanderkarten:
Hessisches Landes-vermessungsamt, Naturpark Spessart, Blatt Nord, M 1 : 50.000. Diese und andere Karten sind erhältlich in der Geschäftsstelle des Spessartbundes in Aschaffenburg, Treibgasse 3, Telefon: (0 60 21) 1 52 24

Tourenlänge:
12 km; Wanderzeit ca. 3 1/2 Std., ca. 100 Höhenmeter

Wegemarkierung:
Roter Querstrich (Nr. 41), Orber Wanderweg (Nr. 8), E-Weg, schwarzes E (Nr. 2)

Einkehrmöglichkeiten in Lettgenbrunn:
Landgasthaus »Znaimer Hof« (gegenüber Kirche), Restaurant und Pension »Sudetenhof« (am Ortsausgang)


Sie können sich die Wanderkarte incl. Wegbeschreibung als pdf-Datei auf Ihren Rechner laden und ausdrucken. Sie benötigen dazu den Acrobat Reader, den Sie hier kostenlos downloaden können.

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Unsere Wanderung beginnen wir in Lettgenbrunn. Dieser Ortsteil von Jossgrund mit ca. 800 Einwohnern im hessischen Main-Kinzig-Kreis ist staatl. anerkannter Erholungsort. 1313 erstmals urkundlich erwähnt, wurde der Ort im dreißigjährigen Krieg zerstört und 1654 wieder neu besiedelt. 1912 wurden wegen der Errichtung von Truppenübungsplätzen die Lettgenbrunner ausgesiedelt und auf umliegende Orte verteilt. 1919, nach dem 1. Weltkrieg, begann die zweite Wiederbesiedelung u.a. mit Fabrik- und Bergarbeitern aus Elsass-Lothringen. Im Mai 1935 folgte erneut die Zwangsräumung des Ortes. Die Gebäude dienten als Übungsziele für Bombenabwürfe und wurden von mehreren Bunkern aus -beobachtet. Seit 1947 wurde die dritte Besiedelung des Ortes mit Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten -geplant und ausgeführt (siehe Straßennamen) Eine Besonderheit ist die 1954 geweihte Kirche, vor der wir jetzt stehen. Sie hat unter einem Dach Raum für die Katholiken und für die evangelischen Christen. Gehen wir nun die Sudetenstraße leicht bergan, Richtung Villbach. Nach knapp 200 m erblicken wir rechts an der Bushaltestelle in einer Grünanlage die Jossaquelle, die bis 1951 das Trinkwasser für den Ort lieferte. Am Ortsende treffen wir auf den Wanderweg Nr. 41 (roter Querstrich), dem wir nach rechts, dem Drahtzaun entlang, folgen.

Im Wald biegt dieser Weg scharf nach links ab und wir kommen zum »Naturdenkmal Beilstein« (siehe auch Sage von der Wunderblume). Wir sehen den durch Erosion freigelegten Basaltdurchbruch, der mit seiner auffällig kantigen Säulenform eine Rarität in der hier überwiegenden Buntsandsteinregion ist. Die Felsen sind teilweise mit Moosen und Flechten überwachsen, seltene Streifenfarne, Märzenbecher, Gras- und Türkenbundlilie sowie Bergulme gedeihen hier. (Deshalb bitte auf den Wegen bleiben.) Es lohnt sich, den ca. 40 m höheren Bergkegel, auf dem einst eine frühmittelalterliche Burg zur Sicherung der Glashütten stand, von der Rückseite her zu erklimmen, besonders auch wegen der herrlichen Aussicht auf Spessarttäler und -höhen. Heute sind dort oben nur noch Betonreste eines Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden. Nach dem Abstieg folgen wir unserem Weg, bis wir an die Fahrstraße kommen, die wir überqueren müssen. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite schlängelt sich links von der Abzweigung zum Orber Golfplatz unser Wanderweg 41 durch den Wald weiter. Wir gelangen an den Zaun des Golfplatzes, an dem wir nach links entlang gehen. An wenigen Stellen müssen wir das Golfgelände auf unserem Weg passieren, was mühelos möglich ist. Bald sehen wir durch die Ausblicke Reste eines Beobachtungsbunkers und kommen zum »Rohlands-Blick«, nach dem Forstamtmann Hermann Rohland (1962–1990) benannt. Nach Durchschreiten des Forstgatters kommen wir auf eine Wegkreuzung mit mehreren Waldwegen. Wir wandern nach rechts auf dem Hauptweg weiter. Obwohl das Wanderzeichen später nach links abgeht, führt unsere Forststraße bis an die asphaltierte Straße nach Bad Orb, die wir überqueren. Jetzt sehen wir die Beschilderung zum Madstein, Weg Nr. 8, der wir folgen. In weitem Linksbogen lenkt uns der Weg um das »NSG Hoher Berg« herum, leicht bergan. Links entdecken wir ein seltsames dreieckiges Holzkästchen, darin ein Stempel mit Nr. 12 zum Abstempeln im Orber Wanderpass. Bald sehen wir links einen Abzweig »Zum Madstein« (kommt von Magd). Dieser Abstieg zum Naturdenkmal lohnt sich. Wer die Gegend noch nicht kennt, kann auf einer Tafel die schaurige Sage von der unschuldigen Magd Vroni nachlesen. Wieder geht’s hinauf zum Weg Nr. 8 und weiter auf ihm. Wir sehen Wege links ins Tal abgehen (nach Bad Orb, zur Orbquelle und Pfaffenhäuser Grund).

Nr. 8 geht leicht bergan, lieblich zwitschernde Vögel stimmen auch uns froh, bis uns Verkehrsgeräusche in die Gegenwart zurückbringen. Erneut stehen wir vor der Spessart-Höhenstraße, die wir vorsichtig queren. Wir sind auf dem Parkplatz »Sieben Wege« und gehen ab jetzt auf dem »Eselsweg« weiter. Nach kurzer Wegstrecke sehen wir rechts ein mächtiges Naturdenkmal, eine dreistämmige Fichte. Bald erreichen wir die Schutzhütte »An der Bismarck-Eiche«. Jetzt biegt der E-Weg nach rechts ab, wir folgen ihm und erfreuen uns über den guten Zustand des Wanderweges. Dann erblicken wir vor uns eine große Waldwiese, teilweise umsäumt mit Birken, mehrere Sitzbänke laden zum Ausruhen ein – ein idyllischer, Ruhe ausstrahlender Ort. Unser E-Weg biegt wieder nach rechts ab und wir folgen ihm ins Dunkel des Waldes. Nach einiger Zeit wird es heller und wir erreichen die Felder mit weitem Blick auf Lettgenbrunn. Ruhebänke laden zum Bestaunen des Spessart-dorfes im Tal ein. Über gut markierte Ortsstraßen kommen wir an den Aus-gangspunkt unserer Wanderung zurück.

Theo H. Lang, Aschaffenburg-Damm