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Wandervorschlag
Anfahrt/Rückfahrt:
Wanderkarten:
Wegezeichen:
Wanderart, Wegzeit, Strecke:
Anmerkung:
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Der Bachgau mit dem Markt Großostheim und seinen Ortsteilen hat durch die Einrichtung von mehreren Kulturwegen durch das Archäologische
Spessartprojekt und Unesco-Geopark in den letzten Jahren eine große Bereicherung erfahren. Durch zahlreiche Infotafeln an markanten
Stellen erhält der Begeher viel Auskunft über diese einmalige Kulturlandschaft, auch wir erfahren heute neben herrlichen Ausblicken
viel Neues und Wissenswertes.
Unsere Rundwanderung starten wir am historischen Marktplatz in Großostheim. Mit dem Wegzeichen »Blaues X« des Odenwaldklubs verlassen wir den Platz durch die Jahnstraße in südlicher Richtung, zweigen am Alten Friedhof halblinks ab und sind so, vorbei an der Marienkapelle »Frauhäuschen«, schnell aus dem Ort. Nach einem kurzen Wegstück auf der Straße zur Reitanlage biegen wir halblinks ab und kommen durch einen tief eingeschnittenen Hohlweg schnell aufwärts. Meterhohe Lösswände säumen unseren Weg, der uns weiter oben zum ersten Aussichtspunkt der Wanderung bringt. Über die fruchtbare Großostheimer Feldflur hinaus ins weite Maintal bis zu den Vorbergen des Spessarts reicht der Blick. Bald danach auf einem ebenen Weg oberhalb der Weinlage »Rischklinge« weiter, vorbei an der Hütte des örtlichen Vogelschutzvereins, zum Schluss kurz ansteigend sind wir schnell an der »Wendelinuskapelle«. Sie ist dem Schutzpatron von Haus- und Weidetieren geweiht und wird auch die Hirtenkapelle genannt. Mitte Oktober zum Wendelinustag findet die traditionelle Wallfahrt der Pfarrei Großostheim zur Kapelle statt. Die Zahl 1607 über dem Eingang dokumentiert vermutlich das Jahr der Erbauung. Nach wenigen Metern am Waldrand entlang verlässt unsere Wanderroute das »Blaue X« und führt scharf rechts am Wendelinushof vorbei, jetzt ohne Markierung, auf gutem Weg durch Wiesen und Pferdekoppeln geradewegs zum gegenüberliegenden Waldrand. Rechts am Waldsaum weiter bietet sich uns ein herrlicher Ausblick; Über die letzten Weinberghäuschen der Weinlage »Harstall« hinweg können wir im Vordergrund den Markt Großostheim, in der Mainebene die Orte Sulzbach, Niedernberg, die höher gelegenen Wohngebiete von Obernau und Aschaffenburg mit dem Schloss Johannisburg erkennen. Darüber wachsen die Ausläufer des Spessarts mit »Erbig«, »Stengerts«, »Hasenkopf« mit dem Klinikum um nur einige zu nennen. Ein Fernblick, wie er einzig in der Region ist. Unser Weiterweg führt geradewegs hinter dem Pflaumheimer Schützenhaus vorbei und wenn die Sicht nach links frei ist, können wir auf einem Höhenrücken den Schaafheimer Wartturm sehen. Er wurde 1492 vom Mainzer Erzbischof Berthold von Henneberg erbaut und sollte die Grenze zum Hanauer Territorium sichern. Nach ein paar Metern abwärts, an einer Bank nach recht, sehen wir unser nächstes Ziel vor uns – die Annakapelle. Der schlichte Bau steht oberhalb Pflaumheims auf einer Anhöhe und bietet einen hervorragenden Rundblick. Bei guter Sicht können wir über die Bachgauhöhen hinweg den Feldberg im Taunus, vielleicht sogar die Bürohochhäuser im Frankfurter Bankenviertel und die westlichen Ausläufer des Spessarts vom Hahnenkamm bis zum Pfaffenberg sehen. Der Vorgängerbau der St.-Anna-Kapelle aus dem 17. Jahrhundert stand etwas weiter westlich, wurde aber wegen Baufälligkeit abgerissen und durch den heutigen Bau 1834/35 auf diesem Aussichtspunkt errichtet. Unser letztes Wegstück geht zunächst am Wasserhochbehälter vorbei abwärts um ein umfriedetes Grundstück herum zu einer Ruhebank und dann erst links dann rechts hinunter zur Fahrstraße. Bevor wir aber vollends nach Großostheim hineinwandern, sollten wir der kleinsten und vermutlich ältesten der Großostheimer Kapellen einen kurzen Besuch abstatten, sie steht etwa 50 Meter nach rechts neben der Straße. Über die Alt-Heiligkreuzkapelle ist nur wenig bekannt. Der Sage nach soll hier die erste Kirche von Ostheim gestanden haben. Zurück durch die Harstellstraße in den Ort und danach bei einem Schoppen »Großostheimer« die Tour beschließen, mit der Gewissheit, heute wieder ein schönes Stück fränkische Heimat erkundet zu haben. Gerhard Rienecker, Aschaffenburg-Obernau |