Wandervorschlag

Durch das Jagdrevier der Mainzer Kurfürsten

Von Rothenbuch über die Lichtenau zur Lohrerstraße und übers Niklaskreuz zurück.

Wanderkarten:
1:50 000 Spessart, Blatt Süd, Landesamt für Vermessung oder 1:50 000 Fritsch Nr. 98 Naturpark Spessart. Diese Karten sind in der Geschäftsstelle des Spessartbund in Aschaffenburg, Treibgasse 3, erhältlich. Tel.: 0 60 21/1 52 24

Wegmarkierungen:
Ab Rothenbuch (Gh Löwen) schräger Balken (Nr. 31) , ab Lichtenau waagrechter Balken (Nr. 25), ab Lohrer Straße Spessartweg Nr. 1 , zusätzlich ab Niklaskreuz roter Kreis (Nr. 63).


Sie können sich die Wanderkarte incl. Wegbeschreibung als pdf-Datei auf Ihren Rechner laden und ausdrucken. Sie benötigen dazu den Acrobat Reader, den Sie hier kostenlos downloaden können.

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Anfahrt:
Bereich Aschaffenburg: ab ROB mit den Buslinien 43 und an Wochenenden und Feiertagen mit der Spessartlinie 47. Bei Anfahrt mit Pkw: Parkplätze im Bereich bei der Kirche und der Pfarrscheune.

Streckenlänge:
ca. 14,5 km

Als Rothenbuch im Jahre 1342 in einer Urkunde erstmals erwähnt wurde, nannte man den Ort noch »zuo den Rodenboychen«. Einige Jahrzehnte später wurde durch die Mainzer Kurfürsten mit dem Bau des Schlosses begonnen. In der Folge war Rothenbuch einer der bedeutendsten Orte Im Spessart. Erst 1879 wurde das Kgl. Bayerische Landgericht aufgelöst. In der Nähe des Schlosses, in dessen Garten die Hafenlohr entspringt, beginnen wir unsere Wanderung.

Fast gegenüber dem Gasthaus »Löwen« finden wir an der Mauer die Markierungen »roter Punkt« und »schräger Balken«, Nr. 31, die uns bergauf zum Ölberg führen. Am Ende der Häusergruppe führt der Weg steil in einen Wiesenweg. Nach ca. 15 bis 20 Minuten bergauf erreichen wir die 1971 erbaute Marienkapelle. Wir haben hier die größte Steigung hinter uns und laufen durch die Wiesenflächen auf den Wald zu. Dort gehen wir geradeaus weiter, über die nächste Wegkreuzung hinweg, und folgen der Markierung »schräger Balken« im Wald bergab. Wir gehen rechts durch den Laubwald und nach einem kurzen Stück auf einem Fahrweg verlassen wir diesen nach links. Der Weg führt sanft bergab und endet am Eichsee, der durch einen Damm in zwei kleine Seen aufgeteilt ist. Vom weiter oben gelegenen Bomigsee aus wurde hier früher nach dem Aufstauen des Wassers Holz getriftet.

Am Hang gegenüber führt unser Weg weiter. Bei lichtem Wald im Herbst und im Frühjahr kann man rechts die Hafenlohr mit ihren silberglänzenden Mäandern ausmachen. In Sichtweite des Gasthofes »Hochspessart« (Tel.: 0 93 72/12 28) in der Lichtenau führt der Weg sehr steil bergab. Wer diesen Steilabstieg umgehen will, folgt dem Weg weiter bis zur Zufahrtsstraße und geht auf dieser zu Lichtenau zurück. Dieser kleine Umweg führt allerdings durch ein schlechtes und ungepflegtes Wegeteil. Das Gebiet um die Lichtenau war schon ab 1000 durch das Zusammentreffen der Würzburger und der Mainzer Interessen ein andauernder Streitpunkt. Streiterein wegen der Triftrechte und zum Grenzverlauf bestanden über Jahrhunderte. Im 17. Jh. ließen die Mainzer Kurfürsten nach umfangreichen Baumaßnahmen ein Staatsgestüt errichten. Diesem Gestüt folgte ab 1813 ein Hammerbetrieb der Familie Rexroth und 1896 wurde das Anwesen an die heutigen Besitzer der Familie Eich verkauft. Der Besitzübergang ist auf einer Tafel im Tordurchgang vermerkt.

Wir queren vor der kleinen Kapelle die Zufahrtsstraße und gehen steil in den Wald und nach einem kurzen Wegstück links weiter bergauf. Ab der Straße folgen wir der Markierung »waagrechter Balken« Nr. 25. Nach etwa 20 Minuten klingt die Steigung ab. Wir gehen durch Laubwald, teilweise auf einem Weg oder auf dem Pfad daneben. Der Forstbetrieb Rothenbuch hat entlang dieses Weges bebilderte Tafeln und Schilder aufgestellt und informiert dort über verschiedene Themen vom Totholz über das Naturreservat bis hin zum Klimawechsel. Dort wo unser Waldweg an die Straße heranführt, gehen wir nach ca. 150 Meter rechts in den Wald. Hier finden wir auch eine Markierung »roter Punkt«, die wir aber nicht beachten müssen. An der nächsten Wegverzweigung mit einer Wegetafel gehen wir nach links und ein kurzes Stück auf der Straße zum »Bischborner Hof«. Das ehem. Gasthaus ist nicht bewirtschaftet. Wir queren vorsichtig die vielbefahrene Bundesstraße und gehen auf eine Häusergruppe zu.

Nach dieser Häusergruppe, bei dem Wegweiser »Lohrer Straße« führt links ein Fahrweg in den Wald. Als Entfernung bis nach Rothenbuch sind, etwas überzogen, 8 km angegeben und als Markierung finden wir das weiß/blaue Schild des Spessartweges 1. Auf einem bequemen Waldweg wandern wir eben dahin. Falls wir uns an den gerade verlaufenden Weg gewöhnt haben sollten, ist etwas Vorsicht bei der folgenden Abzweigung nach links angebracht. Über einen schmalen Weg kommen wir zur Bundesstraße und queren diese zu einer größeren Wegverzweigung. Rechts dieser Verzweigung sollten wir nach dem Niklaskreuz Ausschau halten. Es steht mit der Rückseite zu uns. Der Markierung nach rechts folgend, haben wir den letzten, kurzen Anstieg vor uns. Am Ausgang des Waldes steht links ein großer Bildstock mit einem Hinweis auf einen Prozessionsweg nach Dettelbach. Von der Anhöhe aus sehen wir den Ort Rothenbuch unter uns liegen und können uns an der Kirche als Ziel orientieren. Ein Abstecher zum Gasthof »Löwen« (Tel.: 0 60 94/98 49 94) könnte die Wanderung abschließen. Siegfried Lang