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Wandervorschlag
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Anfahrt: Mit dem Pkw über die A?66 Abfahrt Wächtersbach/Bad Orb in Richtung Bad Orb die L3199, auf dieser Straße durch Bad Orb weiterfahren bis zur Abzweigung der K?890 (Villbacher Straße) rechts in Richtung Spessartwildpark, Golfplatz Villbach und Lettgenbrunn. Hinter dem Golfplatz rechts die L2905 bis zur Abzweigung links nach Lettgenbrunn (K891). Durch den Ort Lettgenbrunn hindurch bis zum Ortsende, wo das Auto (falls Einkehr im Sudetenhof geplant ist) am Sudetenhof oder dort an der Straße in der Nähe geparkt werden kann. Startpunkt ist die Bushaltestelle gegenüber des Sägewerkes Palige (hier hält der Linienbus MKK83, der Lettgenbrunn mit Bad Orb verbindet).
Wanderkarten:
Wegemarkierung:
Tourenlänge, Wegzeit, Höhenmeter: |
Lettgenbrunn, Ortsteil der Gemeinde Jossgrund, ist der Ausgangsort einer Wanderung, die auf
historischen Wegen und Flächen stattfindet. Hier, zwischen dem Tal der jungen Jossa
(auch Startpunkt des Kultur-Radweges »Perlen an der Jossa«) und dem Flörsbachtal, finden
wir eine abwechslungsreiche Spessartlandschaft vor. Sie zeichnet sich aus durch den Wechsel
von freien Wiesenflächen und den Waldbildern, in denen mal die Buche, mal die Eiche und mal
die Fichte dominiert. Birke, Bergahorn und Eberesche gestalten das Bild vor allem an den
Waldrändern. Die wechselvolle Geschichte sieht man dem Ort Lettgenbrunn, der dreimal besiedelt
bzw. wieder neu besiedelt wurde, heute nicht mehr an. Die erste Besiedlung erfolgte nach dem
30-jährigen Krieg. Die zweite 1919, nachdem der Ort ab 1912 für Truppenübungszwecke vor dem
1.?Weltkrieg evakuiert wurde. Die deutsche Armee übernahm auch vor dem 2.?Weltkrieg wiederum
dieses Areal und verwandelte Lettgenbrunn nach erneuter Evakuierung der Bevölkerung wieder in
einen Schießübungsplatz. Der Parkplatz »Minenwerfergrund« zeugt noch von diesen Tagen. Erst
1947 konnte der Ort vor allem mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten wieder besiedelt und neu
errichtet werden.
Wir wandern vom Startpunkt gegenüber des Sudetenhofes und des Sägewerkes Palige zunächst ein Stück durch das Tal entlang der jungen Jossa hinaus. Der rote Schrägstrich führt uns dann rechts über die Wiese und über die kleine Holzbrücke bis zur parallel verlaufenden Straße, die wir zum Parkplatz »Hungerbach« überqueren. Weiter mit dem roten Schrägstrich tauchen wir jetzt in den Wald ein. Der Weg führt vom Parkplatz links zunächst bergauf. Im Winter verschwinden die Füße ab und zu raschelnd im braunen Laubteppich der Eichen und Buchenblätter, sofern nicht der Schnee schon alles weiß überdeckt hat. An einer Wegekreuzung fallen drei Buchen auf, die gemeinsam mit einem beschrifteten Sandstein an den Forstamtsleiter Hopp erinnern (Hopps Buchen). Weiter geradeaus führt uns der Weg mit rotem Schrägstrich, bis sich die Landschaft öffnet und wir von 500 m Höhe über Wiesen und Weiden des Flörsbachtaler Ortsteils Lohrhaupten mit dem Einschnitt des Gelnhäuser Tals blicken. Nach rechts am Waldrand entlang folgen wir nun dem nachweislich ältesten Handelsweg des Spessarts, der Birkenhainer Straße, die heute mit dem »B« in Ostwest-Richtung den Spessartwald als Wanderweg durchzieht. Bald finden wir uns auf dem B-markierten Weg wieder zwischen Eichen und Buchenstämmen. Auch wenn der winterliche Wald nach dem Blattfall viel lichter ist, tut die Abwechslung zur freien Fläche am Hosse Wieschen dem Auge gut. Im spitzen Winkel steil bergauf gehend verlassen wir hier das »B« und folgen jetzt dem »E«. Der »Eselsweg«, der zweite hier über Flörsbach herüberführende alte Handelsweg, wurde im Aufstieg zur Wegekreuzung Dreimärker vom Asphalt weg parallel verlegt (auf mancher Karte noch nicht geändert) und hat damit, wie ich finde, viel gewonnen. Am Dreimärker treffen wir auf eine Tafel des Kulturweges »Grenzdorf an der Spessartkreuzung«. Gleich hinter diesem markanten Grenzpunkt zwischen ehemals kurmainzischem Hoheitsgebiet und den Gebieten der Hanauer und den der Rienecker Grafen geht das »E« links weg. Wir bleiben auf dem Eselsweg und erleben nach dichtem Wald mit einem der höchsten Rotwildbestände im Spessart erst wieder offenes Terrain oberhalb von Lettgenbrunn. Ein wunderschöner Blick eröffnet sich hier über die Hänge oberhalb des jungen Jossatales und die Ortschaft mit der wechselvollen Geschichte. Zur Rückkehr nach der Wanderung bietet der Sudetenhof (Tel.: 0?60?59?/7?03) Wildspezialitäten an. Michael Stange, Bad Orb |